Kindergeld, Bafög und Nebenjob - geht das?

In der Ausbildung, speziell im Studium, stellt sich oftmals die Frage, ob sich Kindergeld, BAföG und Nebenjob vereinbaren lassen.


Kindergeld, BAföG und Nebenjob ist eine Kombination, die durchaus machbar ist, da das BAföG besondere Freibeträge gestattet und Studenten prinzipiell bis zu durchschnittlich 400 Euro pro Monat dazuverdienen dürfen. Das BAföG orientiert sich am Einkommensteuergesetz, sodass Werbungskosten und Sonderausgaben das Einkommen entsprechend mindern und der Verdienst somit auch deutlich über dem Jahresgesamteinkommen von 4.800 Euro liegen kann.

Kindergeld und BAföG, eine nicht unübliche Kombination

  • Kinder haben bis zur Erreichung des 25. Lebensjahres (früher bis zum 27. Lebensjahr) einen Anspruch auf Kindergeld, wenn sie sich in der Ausbildung befinden. Die Zeit verlängert sich entsprechend, ist das Studium oder die Ausbildung durch den Wehr- oder Zivildienst unterbrochen. Die Kombination von Kindergeld, BAföG und Nebenjob ist bei Studenten nicht unüblich, allerdings müssen ein paar Regeln beachtet werden, damit keine Kürzungen, oder im schlimmsten Fall Streichungen, von den zuständigen Stellen vorgenommen werden.
  • Für das Kindergeld gilt eine Einkommensgrenze von 8.004 Euro, wer mehr verdient, verwirkt seinen Anspruch. Genau wie beim BAföG, werden bei der Berechnung des Kindergelds Werbungskosten, Sozialversicherung und Ähnliches vom Freibetrag abgezogen, sodass das Einkommen entsprechend höher liegen kann.
  • Als Einkommen gelten Ausbildungsvergütungen, Einkünfte aus selbstständiger und freiberuflicher Tätigkeit und aus Gewerbebetrieben, aus Kapitalvermögen und Immobilien, Taschengelder aus dem freiwilligen ökologischen oder sozialen Jahr, Hinterbliebenen- und Erwerbsminderungsrenten sowie Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung und Unterhaltszahlungen des getrennt lebenden Ehegatten oder Lebensgefährten. Wer also ausrechnen möchte, wie viel er in der Kombination Kindergeld, BAföG und Nebenjob verdienen darf, muss diese Einkommensarten berücksichtigen.

Abzugsfähige Werbekosten und Rechenbeispiel

  • Von den Einkünften sind Werbungskosten abzuziehen, entweder als Pauschbetrag in Höhe von 920 Euro oder, wenn diese darüber liegen, mit Einzelnachweisen. Studiengebühren sind keine Werbekosten, sondern Sonderausgaben, die bis zu 4.000 Euro angesetzt werden können. Zu den Werbekosten zählen Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsplatz, Reise- und Unfallkosten, Arbeitszimmer, Kontoführung und Ähnliches.
  • Bei der Kindergeldberechnung sind Ausbildungsbeihilfen wie BAföG oder Stipendien und ähnliche Fördermittel zu den anrechenbaren Einkünften hinzuzurechnen. Das heißt, wer Kindergeld, BAföG und Nebenjob ohne Verlust vereinbaren möchte, muss sehr genau kalkulieren. Verdient ein Student zum Beispiel 460 Euro im Monat und erhält BAföG in Höhe von 280 Euro, hat er für die Kindergeldberechnung jährliche Einkünfte von 8.880 Euro, für die BAföG-Berechnung jedoch nur 5.520 Euro zu berücksichtigen.
  • Unter Berücksichtigung des Pauschbetrags in Höhe von 920 Euro bleibt also sowohl der BAföG- als auch der Kindergeldanspruch in voller Höhe bestehen. Wichtig zu wissen: Sowohl ausgezahltes Kindergeld als auch BAföG werden bei Überschreitung der Höchstgrenze zur Rückzahlung fällig, wobei das Kindergeld in voller Höhe rückzahlbar ist, BAföG hingegen nur anteilig.