Kindergeld für Studenten

Was muss man beachten, damit der Kindergeldanspruch nicht erlischt?


Wer sich für ein Studium entscheidet, steht vor einem Problem: Während Auszubildende eine Ausbildungsvergütung erhalten und Berufsanfänger ihre ersten Gehälter bekommen, zahlen die Studenten drauf. Lebenshaltungs- kosten, Studiengebühren und Materialkosten müssen bezahlt werden. Für die meisten Studierenden gehören ein oder mehrere Nebenjobs deshalb zum Alltag. Viele werden auch von ihren Eltern finanziell unterstützt. Diese erhalten Kindergeld für ihre studierenden Kinder, solange einige Bedingungen erfüllt werden. Wir sagen Ihnen, worauf es ankommt.

Wer hat Anspruch auf Kindergeld?
Für alle Kinder besteht bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres Anspruch auf Kindergeld. Dieses beträgt seit dem 1. Januar 2010 monatlich für das erste und zweite Kind 184 Euro, für das dritte Kind 190 Euro und für jedes weitere Kind 215 Euro. Empfänger des Kindergeldes sind die Eltern, die damit zum Unterhalt ihrer Kinder beitragen sollen. Tun sie dies nicht, unregelmäßig oder mit einem geringeren Beitrag als dem ausgezahlten Kindergeld, kann das Kind die Auszahlung auf ein eigenes Konto (sogenannte Abzweigung) beantragen.

Wie lange besteht der Kindergeldanspruch?
Der Anspruch besteht über das 18. Lebensjahr hinaus, wenn das Kind sich in einer Ausbildung befindet. Hierzu gehört auch das Studium. Kindergeld wird nach aktueller Regelung höchstens bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres gezahlt. Dies gilt für alle ab dem 02.01.1983 Geborenen. Für früher Geborene gilt eine Übergangsregelung: Vor dem oder am 01.01.1982 Geborene haben Anspruch bis zum vollendeten 27. Lebensjahr, zwischen dem 02.01.1982 und dem 01.01.1983 Geborene bis zum vollendeten 26. Lebensjahr. Wehr- oder Ersatzdienste werden auf diese Zeit angerechnet und verlängern den Anspruch um die entsprechende Dauer.

Eigenes Einkommen und Kindergeld
Es ist möglich, eigenes Einkommen bis zu einer gewissen Höhe zu haben, ohne dass der Kindergeldanspruch erlischt. Für 2010 beträgt dieser Grenzbetrag 8.004 Euro. Achtung: Sollte dieser Betrag überschritten werden, besteht für das gesamte Jahr kein Kindergeldanspruch! Da man bei unregelmäßiger Beschäftigung und möglicherweise mehreren kleinen Jobs oft erst am Jahresende genau weiß, wie viel man verdient hat, kann es passieren, dass diese Grenze überschritten wird und somit alle gezahlten Kindergeldbeiträge des vergangenen Kalenderjahres zurückgezahlt werden müssen. Deshalb sollten Studenten diese Grenze immer im Auge behalten, außerdem darauf achten, dass etwaige Werbungskosten und den Arbeit- nehmerpauschalbetrag als das Einkommen mindernde Ausgaben geltend zu machen. Weitere Informationen erhalten Sie bei der Agentur für Arbeit, der Familienkasse, in den Beratungsstellen der Universitäten und beim jeweiligen AStA.