Die Kinderlähmung, auch Poliomyelitits oder Polio genannt, ist eine hochansteckende Infektionskrankheit, die durch die Polio-Viren übertragen wird. Sie befallen vorwiegend Nervenzellen im Rückenmark, die für die Muskelkontrolle zuständig sind. Dadurch kann es zu dauerhaften Lähmungserscheinungen oder sogar zum Tod kommen. Betroffen sind vor allem Kinder im Alter von drei bis acht Jahren, aber auch Erwachsene kann es treffen. Europa ist seit dem 21. Juni 2002 dank konsequenter Impfungen poliofrei, Deutschland hingegen schon seit 1990. In Regionen wie Afrika, östliches Mittelmeer und Süd-Ost-Asien kommt es jedoch immer noch regelmäßig zum Ausbruch der Krankheit. Oftmals ist der Grund für eine Nichtimpfung in diesen Ländern ein politisch-religiöser Aspekt.
In den meisten Fällen verläuft die Krankheit als normale Durchfallerkrankung. In wenigen Fällen kommt es zu Lähmungen oder zum Tod.
Übertragung
Die Übertragung der Kinderlähmung erfolgt durch das Polio-Virus, das in drei verschiedenen Varianten vorkommt. In den meisten Fällen werden die Viren durch fäkal-orale Schmierinfektionen oder Kontaktinfektionen übertragen. Es reichen schon winzige Spuren von Kot aus, die oftmals durch ungewaschene Hände übertragen werden. Auf Lebensmittel haftende Viren führen somit zu einer schnellen Verbreitung der Infektionskrankheit. Schlechte hygienische Verhältnisse begünstigen daher die Ausbreitung. Es kann auch zu einer Tröpfcheninfektion, durch Husten oder Niesen kommen, die jedoch selten ist.
Symptome
Eine leichte Erkrankung, die sich „lediglich“ durch Durchfall äußert oder sogar völlig symptomfrei ist, kommt in 90 bis 95 Prozent der Fälle vor. Jedoch kann es bei einem von hundert Kindern zu Lähmungen kommen.
Die Kinderlähmung erfolgt in vier Stadien:
Anfangsstadium
Die Anfangssymptome äußern sich durch Kopf- und Gliederschmerzen, Schnupfen, Bronchitis und Fieber.
Latenzstadium
In dieser Phase tritt eine Besserung ein. Der Patient fühlt sich wieder gesund, da die Symptome für einige Tage verschwinden.
Vorlähmungsstadium
In der dritten Phase treten die Anfangssymptome erneut ein. Hinzu kommen eine Steifheit im Nacken, eine erhöhte Sensibilität, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Muskelschwäche.
Lähmungsstadium
Dieses Stadium tritt nur bei einem Prozent ein. Hierbei treten asymmetrische schlaffe Lähmungen auf.
Therapie
Bis heute gibt es keine spezielle Therapiemöglichkeit.
Vorbeugung
Bis vor wenigen Jahren wurde in Deutschland noch die Schluckimpfung durchgeführt. Da es aber in einigen Fällen zu einer Impfpolio kam, wird die Impfung nun injiziert.