Kinderzuschlag beantragen - so geht's

Den Kinderzuschlag beantragen ist recht aufwändig und hat nur in sehr eng begrenzten Fällen Erfolg.


Kinderzuschlag beantragen können Eltern, deren Einkommen so niedrig ist, dass sie ohne diesen Zuschlag von 140 Euro je Kind Anspruch auf Hilfe nach dem Sozialgesetzbuch II hätten.

Den Kinderzuschlag beantragen können Eltern mit niedrigem Einkommen

  • Voraussetzung für den Kinderzuschlag ist, dass die Eltern oder der Elternteil des Kindes Anspruch auf Kindergeld nach dem Bundeskindergeldgesetz oder dem Einkommensteuergesetz hat. Das Kind darf nicht älter als 25 Jahre sein. Andererseits dürfen die Eltern auch nicht ohne ein Mindesteinkommen sein. Sie dürfen also nicht von Sozialleistungen abhängig sein. 
  • Dieses Mindesteinkommen betrug bis zur Hart IV-Reform für Alleinstehende rund 600 Euro im Monat, für ein Elternpaar rund 900 Euro. Diese Regelung ist durch den Gesetzgeber noch nicht an die neuen Verhältnisse angepasst worden. Doch ergeben sich die Richtlinien für die Verwaltung aus dem elterlichen Bedarf im Sinne des Sozialgesetzbuches II und angemessenen Wohnkosten.
  • Der Kinderzuschlag wird von den Kindergeldkassen gezahlt, die Teil der Arbeitsverwaltung sind. Dort müssen auch die Anträge gestellt werden. Die Agenturen für Arbeit halten dafür besondere Vordrucke bereit, die zusammen mit den entsprechenden Unterlagen der örtlich zuständigen Kindergeldkasse eingereicht werden müssen. Allerdings werden die meisten Antragsteller enttäuscht. Die Berechnung erfolgt in mehreren Schritten und ist für den Bürger nicht nachvollziehbar. 

Was Sie noch über den Kindergeldzuschlag wissen müssen

  • Wesentlich ist, dass das kindergeldberechtigte Kind mit seinen Eltern oder einem Elternteil in einer so genannten Bedarfsgemeinschaft leben muss. Es darf nicht verheiratet sein. Die Fiktion ist, dass die Eltern oder der Elternteil zwar sich selbst, nicht aber das Kind unterhalten kann. 
  • Die Erfahrung hat gelehrt, dass nur die wenigsten Anträge positiv beschieden werden. Denn wer so einkommensschwach ist, dass er eigentlich Kinderzuschlag erhalten müsste, bekommt im Normalfall so genannte Aufstocker-Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II.
  • Dennoch sollten Eltern nicht zögern, den Kinderzuschlag beantragen zu lassen. Bei einer Ablehnung kann als Rechtsbehelf Widerspruch eingelegt werden. Über den entscheidet die Kindergeldkasse nach Anhörung eines Widerspruchausschusses. Wird der Widerspruch zurückgewiesen, ist wie in allen Kindergeldangelegenheiten Klage vor dem Verwaltungsgericht möglich.

Vor dem Kinderzuschlag Beantragen fachkundigen Rat einholen

  • Es empfiehlt sich, vor dem Kindergeldzuschlag beantragen und auch sonst im Laufe des Verfahrens fachkundigen Rat einzuholen. Den erteilen die Sozialverbände, bei denen man allerdings im Normalfall Mitglied sein muss. 
  • Das Recht des Kindergeldes allgemein, vor allem aber das des Kinderzuschlages, ist äußerst kompliziert. Da findet sich der Normalbürger nicht zurecht. Erfahrungsgemäß können auch die Mitarbeiter der Agenturen für Arbeit wenig helfen. Die Kindergeldkasse ist weit ab und telefonisch nur über ein Callcenter zu erreichen.