Kleidung aus Haustierhaaren: Ökologisch und verrückt

Wer ein Haustier besitzt und einen Hang zu ökologischem Handeln hat, kann beides miteinander verbinden und sich einfach Kleidung aus Haustierhaaren anfertigen lassen.


Ist man stolzer Besitzer eines Hundes oder einer Katze, kennt man mit Sicherheit das Problem mit den Tierhaaren. Sie sind überall, gerade wenn man ein recht „gut bestücktes“ Haustier hat, dessen wunderschönes, seidiges, weiches, langes Fell einfach überall auf Kleidung und Möbel zu finden ist. Statt dies alles einfach nur zu entfernen und sich vielleicht zu ärgern, kann man sogar etwas sehr nützliches, nachhaltiges und auch ein wenig verrückt Anmutendes damit anstellen: nämlich Kleidung stricken. Pullover, Westen und all die anderen Stücke aus der Haustierwolle sind genauso zu behandeln, wie die gewohnte Wollbekleidung und sind ebenso kuschelig und wärmend.

Ungewöhnlich und gleichzeitig normal
Einige werden jetzt denken „Das ist ja eklig!“. Doch überlegt man sich einmal, dass Haustierbesitzer ein ohnehin sehr enges Verhältnis zu ihren Lieblingen haben, miteinander kuscheln und die Tiere sogar mit im Bett schlafen lassen, manche das Essen mit ihnen teilen und ihnen Küsschen geben, dann kann Kleidung aus Haustierhaaren so eklig nicht mehr sein. Außerdem nutzen wir ja auch Wolle und Leder, einige Menschen sogar Felle. Gerade Leder sollte eher als „eklig“ gelten, da es aus einem Körperteil eines verstorbenen Tieres ist. Ob Wolle nun vom Nutz- oder vom Haustier stammt, ist dagegen ziemlich unerheblich. Das macht hinsichtlich der „Rohstoffes“ keinen Unterschied.

Individuell und mit persönlicher Bindung
Ganz besonders sind Kleidungsstücke aus Hunde- oder Katzenwolle, beziehungsweise aus dem Haar irgendeines anderen Haustieres, weil sie von einem Lebewesen stammen, zu dem man eine enge emotionale Bindung besitzt. Es tut dem Tier nicht weh und es birgt auch sonst keine Nachteile, wenn man das Fell nicht gerade bis auf die Haut abschert. Bei Tieren mit langem dichten Fell, wie die Hunderasse Collie oder Perserkatzen, ist es sogar angenehm für das Tier, wenn das Fell regelmäßig in Maßen gekürzt wird.

Wolle herstellen und stricken
Kleidung aus Haustierhaaren ist vor allen unter den sogenannten Lohas verbreitet. Lohas sind Menschen, die einen nachhaltigen, gesundheitsorientierten, „grünen“ Lebensstil pflegen. Da passt die Idee von selbsthergestellter Kleidung aus dem Fell der eigenen Tiere wunderbar dazu. Man hat keine Ausgaben und verursacht nicht indirekt Umweltverschmutzung durch industrielle Produktion. Außerdem muss man sich nicht darum sorgen, woher der Rohstoff kommt und unter welchen Bedingungen das Kleidungsstück hergestellt wurde. Jedoch hat man persönlich auch einiges mehr an Arbeit. Das Fell muss schließlich zunächst zu Wolle gesponnen werden, um anschließend den Pulli, die Jacke oder Weste eigenhändig zu stricken. Anleitungen dazu findet man in diversen Büchern zu dem Thema. Wer aber zwei linke Hände bei Hausarbeiten hat oder keine Zeit und Lust, der kann auch einfach jemanden damit beauftragen und liefert lediglich den „Rohstoff“ ab. Dies kostet wiederum Geld.