Klein, aber langfristig wirksam: Das Hormonstäbchen

Das Hormonstäbchen wird von einem Frauenarzt unter die Haut im Oberarm gepflanzt und bietet dann einen fast zuverlässigen Empfängnisschutz. Durch die Freisetzung eines bestimmten Hormons wird ebenfalls der Eisprung verhindert.


So klein wie ein Streichholz und dabei ein ausgesprochen sicheres Verhütungsmittel: Das ist das Hormonstäbchen, auch Verhütungsstäbchen oder Implanon genannt. Es handelt sich hierbei um ein kleines Plastikstäbchen, das vom Frauenarzt unter die Haut am Oberarm implantiert wird. Dazu ist lediglich eine örtliche Betäubung nötig und der Eingriff dauert nur wenige Minuten. Für die Patientin ist der Eingriff daher schmerzfrei.

So funktioniert das Hormonstäbchen

  • Durch eine Membran setzt das Stäbchen kontinuierlich das Hormon Etonogestrel, ein Gestagen, im Körper frei. Das Hormon verhindert – wie bei der Pille - den Eisprung und führt zudem zu einer Verdickung des Gebärmutterhalsschleims, der so das Eindringen der Spermien verhindert.
  • Der große Vorteil dieser Methode: Das Hormonstäbchen hält drei Jahre lang. So lange brauchen keine weiteren Maßnahmen zur Verhütung getroffen werden. Es eignet sich damit besonders für Frauen, die langfristig keinen Kinderwunsch hegen.
  • Mit einem Pearl-Index von 0-0,8 gilt es zudem als ausgesprochen sicher, da es – anders als bei der Pille – nicht zu Einnahmefehlern kommen kann. Die Hormondosis ist ebenfalls niedriger und kommt ohne Östrogen aus. Damit ist Implanon eine gute Alternative für Frauen, die keine Östrogene einnehmen wollen oder können.
  • Auch bei Erbrechen und Durchfall bleibt der Verhütungsschutz bestehen. Nach drei Jahren wird das Stäbchen vom Arzt durch einen kleinen Schnitt in der Haut entfernt.

Zu Risiken und Nebenwirkungen

  • Bei der Hälfte aller Frauen, die das Hormonstäbchen anwenden, kommt es dauerhaft zum Ausfall der Periode. Viele Frauen empfinden das Ausbleiben der Monatsblutung und der Begleitsymptome als Erleichterung, andere dagegen als unnatürlich und beunruhigend.
  • Noch fehlen zuverlässige Studien darüber, ob das Ausbleiben der Periode negative Auswirkungen auf den Organismus der Frau hat. Viele Wissenschaftler halten es jedoch für unbedenklich.
  • Obwohl das Hormonstäbchen in der Regel gut vertragen wird, kommt es bei einigen Frauen zu Nebenwirkungen. Diese sind vergleichbar mit denen der Pille. Beobachtet wurden unter anderem unregelmäßigen Blutungen, Störungen der Wahrnehmung und leichte bis schwere Depressionen.
  • Laut Angaben der Hersteller besteht keine Gefahr von Thrombosenbildung. Da das Hormonstäbchen erst seit 2000 auf dem Markt ist, fehlen bislang zuverlässige Langzeitstudien. Lassen Sie sich daher in jedem Fall von Ihrem Frauenarzt beraten.