Klimatherapie

Die Klimatherapie hilft vor allem Menschen mit Beschwerden im Atemtrakt. Die Luftbedingungen am Meer und im Gebirge wirken anregend auf alle bei der Atmung beteiligten Organe und Gewebe, sodass auch Ärzte ihren Patienten Kuraufenthalte in heilsamen Regionen empfehlen


Dass ein Klimawechsel gut tut und so einiges im Körper verändert, durfte schon Hans Castorp in Thomas Manns „Zauberberg“ erfahren. Der Autor ließ sich dabei vom Schweizer Luftkurort Davos inspirieren, in dem seine Frau Katia sich von einer Lungenerkrankung erholte. Auch heute empfehlen Ärzte vielen Patienten mit Haut- oder Atemwegserkrankungen einen Klimawechsel. Besonders Aufenthalte am Meer sowie im Mittel- oder Hochgebirge werden als heilsam angesehen. 

  

Durchführung
Die Klimatherapie wird oft als Kur durchgeführt. Die veränderten Luft- und Temperaturbedingungen an der See oder im Gebirge werden dabei häufig mit Bädern und Hydrotherapie unterstützt, auch die heilsame Wirkung der Sonne wird gerne eingesetzt.  

  

Wirkung
Klimaveränderungen regen den menschlichen Organismus an. Die Temperaturregulation wird dabei angekurbelt und die Sonnenstrahlung unterstützt das Immunsystem. Wind und Sonne an der Ostsee und der nördlichen Atlantikküste stellen kräftige Reize dar. Feuchtwarmes und heißes südliches Klima hingegen kann belastend wirken. Das Mittelgebirge entlastet den Organismus, da die Tages- sowie die Jahrestemperatur sehr ausgeglichen sind. Das Hochgebirgsklima hingegen regt den Körper zur Anpassung an, niedriger Luftdruck, wenig Sauerstoff und veränderter Wärmeaustausch fordern dem Körper mehr Leistung ab. An der See ist die Luft sauber und reich an Natriumchlorid, dies wirkt auf die Atemwegsschleimhäute beruhigend. Die Klimatherapie nutzt diese Gegebenheiten.

 

Gesunde Gebirgsluft

Das Mittelgebirge mit seiner reinen Luft tut als Kurort Patienten mit Herz-Kreislauf-Problemen und Gefäßerkrankungen gut, auch Krankheiten des Bewegungsapparates lassen sich hier therapieren. Für Herz-Kreislauf- und Gefäßpatienten eignet sich auch das Hochgebirge, das zudem als Kurort bei Leistungsschwäche und einem schlechten Allgemeinzustand nach Operationen und Erkrankungen geeignet ist. Auch Asthmatiker und andere Betroffene von chronischen Atemwegserkrankungen sind hier gut aufgehoben. Auch die gute salzige Meeresluft kommt Patienten mit Atemwegsbeschwerden sehr zugute. Bei Hauterkrankungen ist ebenfalls die Küste zu empfehlen, da dort die Hautdurchblutung gefördert und der Stoffwechsel angeregt wird. Zudem stärkt die UV-Strahlung die Abwehr und erhöht die Produktion von Vitamin D.  

  

Einschränkungen
Einige Luftkurorte konnten in ihrer Wirksamkeit wissenschaftlich bestätigt werden, in den meisten Fällen jedoch beruht die Nutzung unterschiedlicher Klimazonen als Therapieform auf Erfahrungswerten. Die meisten Schulmediziner jedoch erkennen die heilsame Wirkung von Meersküsten und Gebirgen an und empfehlen Patienten je nach Beschwerden einen Kuraufenthalt.