Knigge für den Polterabend

Es gibt eine Art Knigge für den Polterabend, einem alten Brauch, bei dem angehenden Ehepaaren Glück für das Gelingen der Ehe gewünscht wird. Scherben bringen Glück - und daher bringen die Gäste altes Geschirr mit, um es zu Füßen des Brautpaars zu werfen. Diese müssen die Scherben dann auffegen.


Der Knigge für den Polterabend ist zwar relativ kurz, aber dennoch eindeutig. Je nach Region gibt es neben dem Zerbrechen von Porzellan und Steingut noch andere, unterschiedliche Bräuche, die nicht missachtet werden dürfen, soll dieser Abend dem angehenden Ehepaar doch Glück bringen. Einladungen zum Polterabend sind unüblich, das Brautpaar hat aber dennoch für ausreichende Verpflegung zu sorgen.

Polterabend – ein alter Brauch in Deutschland

  • In manchen Regionen haben sich unangenehme Wurfgegenstände beim Polterabend eingebürgert, doch der Knigge für den Polterabend sagt ganz klar: Zerbrochen werden darf nur Porzellan und Steingut. Der Brauch leitet sich von dem Aberglauben ab, der besagt, dass der Lärm, den das Werfen dieser Gegenstände verursacht, die neidischen, bösen Geister vertreibt und dem angehenden Ehepaar so das Gelingen der Zweisamkeit ermöglicht und Wohlstand bringt.
  • Der historische Ursprung dieses Brauchs ist nicht bekannt, sicher ist nur, dass diese Tradition sehr alt ist. Das Zerbrechen des Porzellans kommt etymologisch gesehen von dem Sprichwort „Scherben bringen Glück“ und stammt aus dem Töpferhandwerk. Die Scherbe war der gängige Ausdruck für ein irdenes Gefäß, egal ob ganz oder gesprungen. Die gefüllten Scherben, also die gefüllten Gefäße, bedeuteten für den Besitzer Glück, da durch eine volle Vorratskammer nicht mehr die Gefahr einer Hungersnot bestand.
  • Kronkorken, Blechbüchsen und Konservendeckel sind eigentlich kein Bestandteil des Brauchs, kommen aber in einigen Gegenden ebenfalls zum Einsatz. Glas und Spiegel verbietet der Knigge für den Polterabend konsequent, da deren Zerstörung für das Paar Pech und Unglück bedeutet.

Gängige Regeln für den Polterabend

  • Das Werfen von Porzellan, Steingut, Keramik und Blumentöpfen aber auch Fliesen, ganzen Toilettenschüsseln und Waschbecken soll nicht nur die bösen Geister vertreiben, sondern auch die Zusammengehörigkeit der Partner demonstrieren. Sie müssen die Scherbenhaufen ohne fremde Hilfe gemeinsam beseitigen.
  • Gepoltert wird in der Regel vor dem Haus der Braut beziehungsweise der Brauteltern, dafür gibt es keine spezielle Einladung, nur eine Terminbekanntgabe. Zu den zum Polterabend erscheinenden Gästen gehören neben Freunden und Verwandten meistens auch Nachbarn und Bekannte, die nicht zur eigentlichen Hochzeit eingeladen werden - das Brautpaar sorgt daher normalerweise für eine entsprechende Verköstigung.
  • Eine Kleiderordnung gibt es nicht, allerdings besteht in einigen Regionen der Brauch, dass um Mitternacht die an diesem Abend getragenen Schuhe der Braut in spe auf ein Holzbrett genagelt und die Hose des Bräutigams verbrannt werden, in anderen Regionen kommen der BH der Braut und die Hose des Bräutigams auf den Scheiterhaufen. Der Knigge für den Polterabend gibt keine besonderen Regeln vor, was an diesem Abend dafür zu tragen ist.