Die wahrscheinlich schwierigste Aufgabe, die Eltern so manche Nerven kostet, ist dem Nachwuchs sogenanntes „gutes Benehmen“ beizubringen. Bevor dies geschafft ist, müssen Eltern so manche peinliche und schwierige Situation durchstehen, beispielsweise wenn der Nachwuchs schreiend im Supermarkt nach bestimmten Süßigkeiten verlangt oder im Restaurant das Essen auf dem Tisch verteilt. Es ist äußerst hilfreich, wenn man weiß, wie man in solchen Situationen erzieherisch richtig reagiert, denn Kinder haben nun einmal das Talent sich nach Lust und Laune so gar nichts sagen zu lassen. Wenn Kinder ständig durch verletzendes oder penetrantes Verhalten auffallen, stehen die Eltern oft in einem denkbar schlechten Licht da.
Warum gutes Benehmen wichtig ist
Wer der Meinung ist, dass die Kindheit die Zeit ist, in der man das Recht hat noch frei von Benimm-Regeln und Einschränkungen die Zeit zu genießen, hat einerseits Recht. Doch muss man auch weiter an die Zukunft des Kindes denken. Der Knigge für Kinder hilft dabei, die Kleinen zu höflichen Erwachsenen zu erziehen. Wer von anderen Menschen Rücksicht, Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit erwartet, sollte diese Dinge zunächst selbst ausstrahlen. Ein Kind weiß aber von sich selbst aus nicht, welches Verhalten angemessen ist und muss es erst, am besten anhand guter Vorbilder, zunächst lernen. Wenn es das nicht tut oder Eltern keinen Wert darauf legen, sind spätere Probleme nahezu vorprogrammiert. Spätestens in der Schule erfährt ein Kind, das sich permanent schlecht benimmt, unhöflich ist oder anderen nicht hilft, sehr direkte Ablehnung von anderen Altersgenossen und Erwachsenen. Darunter leiden Kinder sehr, auch wenn sie sich stark und cool geben. Wenn es sich bis in das Erwachsenenalter hineinzieht, bringt ein unangemessenes Verhalten ebenfalls viele Probleme im Berufsalltag, Partnerschaften und Freundschaften mit sich.
Knigge für Kinder modern
Es ist nicht das Ziel Kinder, wie in früheren Zeiten, zu gutem Benehmen durch zweifelhafte Methoden zu erziehen. Man denke nur an „Übungen“, wie mit Büchern unter die Achseln geklemmt zu essen, um das aufrechte Sitzen beim Essen zu trainieren. Es sollte vielmehr ein sanftes Heranführen an bestimmte rücksichtsvolle Verhaltensmaßnahmen sein. Mit Erklärungen weshalb es auf diese Weise besser ist oder fantasievollen Übungen, die dem Kind sogar Spaß machen. Wer einmal eine Vorstellung davon hat, in welchen Situationen welches Verhalten angebracht ist, kann sich immer noch bewusst dazu entscheiden dem entgegen zu handeln. Andersherum kann kaum jemand, der nichts über angemessenes Verhalten weiß, von einem Moment zum anderen ein solches an den Tag legen, auch wenn derjenige es gerne möchte.