Körperliche Komplikationen

Manchmal können körperliche Probleme einen Milchmangel verursachen. Nicht selten sind die Komplikationen allerdings auf der psychischen Ebene zu suchen. Stress in der Partnerschaft kann ebenso einen Milchmangel begründen


Schlupfwarzen (auch Flach- oder Hohlwarzen) stellen nur in seltenen Fällen ein Hindernis dar. Mithilfe eines geeigneten Unterdruckgeräts kann dieser körperliche Mangel leicht behoben werden. Mithilfe eines kleinen Tests finden Sie schnell heraus, ob auch Sie unter Schlupfwarzen leiden: Drücken Sie Ihren Brustwarzenhof etwa drei Zentimeter unter der Brustwarze zusammen. Eine normale Brustwarze wird sich nun wieder selbstständig aufrichten oder hervortreten. Eine Schlupfwarze hingegen zieht sich ein oder zurück.

Komplikationen: Zu wenig Milch
Ein weiteres Problem vieler Frauen stellt eine ungenügende Milchproduktion dar. Sie sorgen sich, dass ihr Baby angesichts des spärlichen Milchflusses nicht satt wird und Gedeihstörungen entstehen. Tatsächlich aber produzieren nur sehr wenige Frauen – etwa zwei Prozent – zu wenig Milch und müssen zu industriell hergestellter Milch greifen. Sie können auf recht einfache Weise feststellen, ob Ihr Kind genügend Milch erhält.

  • Nässt Ihr Kind etwa nach jeder Mahlzeit eine Windel ein, im Durchschnitt fünf bis acht Stück pro Tag?
  • Nimmt es innerhalb der ersten drei bis vier Monate mindestens 115 bis 230 Gramm wöchentlich zu, innerhalb des vierten bis sechsten Monats etwa 85 bis 140 Gramm die Woche und zwischen den Monaten sechs bis 12 etwa 40 bis 85 Gramm zu?

Wenn Sie diese beiden Fragen mit Ja beantworten können, besteht in der Regel kein Grund zur Sorge.

Ursachen für mangelnden Milcheinschuss
Die Ursachen für mangelnden Milcheinschuss sind vielfältig, oft ist es eine Kombination mehrerer Gründe. An vorderster Stelle steht meist ein erhöhtes Stressaufkommen. Zusammen mit Problemen in der Partnerschaft, einer großen Arbeitsbelastung und Schlafmangel belasten viele Mütter sehr. Die Folge: Die Milch bleibt aus. Jetzt ist es sehr wichtig, dass entspannende Maßnahmen für Ruhe und Erholung sorgen. Lassen Sie Ihren Partner auch einmal einen Teil der Last tragen. Eine entspannende Fußmassage oder Frühstück ans Bett können bereits kleine Wunder bewirken. Ein paar Tage die Haushaltspflichten zu vernachlässigen und die Zeit mit dem Kind zu verbringen, ist keine Schande und kann für die benötigte Atempause sorgen. Alleinerziehende Mütter und solche, die über keinen gut ausgebauten und verlässlichen Freundeskreis und enge Familienbande verfügen, können sich an öffentliche oder offizielle Stellen wenden. Mütterberatungszentren oder Stillgruppen helfen bei Überbelastung und verschaffen eine kleine Verschnaufpause.

Zusätzlich sorgen Milchbildungstees und wärmende Auflagen für eine Steigerung der Milchmenge. Es sollten immer beide Brüste angeboten werden, neben der Brust sollten keine künstlichen Sauger zum Einsatz kommen, damit das Baby sich ausschließlich an die natürliche Ernährung gewöhnt.

Das Prinzip des Angebots und der Nachfrage
Grundsätzlich funktioniert Stillen nach dem Prinzip Angebot und Nachfrage, das heißt, umso öfter Sie ihr Kind anlegen, umso stärker wird der Milchspendereflex angeregt. Wenn das Kind nur sehr wenig Hunger hat, werden sich Ihre Brüste auf diese Situation einstellen. In der Regel kann ein Wachstumsschub dazu führen, dass das Kind scheinbar ständig hungrig ist. Diese treten oft zwischen dem siebten und zehnten Tag in der vierten, sechsten und 12. Lebenswoche, sowie um den sechsten Lebensmonat herum auf. Aber auch zu jedem anderen Zeitpunkt kann ein Wachstumsschub zu einem unstillbaren Hungergefühl führen.

In seltenen Fällen ist auch eine Unterfunktion der Schilddrüse dafür verantwortlich, dass der Milcheinschuss den Ansprüchen des Kindes nicht gerecht wird.