Kolloidales Silber: Anwedund als natürliches Antibiotikum?

Schon seit der Antike bekannt, gilt Silber als natürliches Antibiotikum, das alle Arten von Keimen den Garaus macht. Hier lesen Sie etwas über seine Anwendung


Die Wunderwaffe aller Heilpraktiker wurde bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts zur Bekämpfung von Infektionen eingesetzt, danach wurde es langsam von Antibiotika abgelöst. Heute wird es wiederentdeckt, wurde es doch bereits in der Antike als Heilmittel gegen Wunden und Entzündungen eingesetzt. Sogar Hildegard von Bingen vertraute auf das Edelmetall.

Was ist kolloidales Silber?
Kolloidal bedeutet soviel wie „kleinstmögliche Zerteilung von Materie“. Die entsprechende Substanz wird dabei soweit aufgespalten, ohne jedoch ihre individuellen Eigenschaften zu verlieren. Die nächstkleinere Stufe wäre dann das Atom. Kolloidales Silber ist nichts anderes als mikroskopisch kleine Silberpartikel, die in reinem Wasser gelöst sind.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, kolloidales Silber herzustellen, sogar zuhause kann man das heilende Silber – mit dem passenden Gerät, beispielsweise einem sogenannten Ionic Pulser – selbst produzieren. Hierbei sondern die Maschine über einen Silberstab kleine Partikel ab, die anschließend direkt in ein Trinkglas eingerührt werden.

Anwendung: Antibiotika der Zukunft?
Kolloidales Silber kann (angeblich) innerhalb von sechs Minuten 650 verschiedene Krankheitserreger abtöten. Das Besondere: Es greift dabei keine lebensnotwendigen Bakterien an. Es soll sogar Keime und Viren abtöten können, die gegen Antibiotika resistent sind und würde somit ein wirkungsvolles Breitbandspektrum-Antibiotikum darstellen. In Zeiten, in denen immer neue furchterregende Krankheiten die Menschen verunsichern und sich immer mehr Bakterien „immun“ gegen eine schulmedizinische Behandlung mit Antibiotika zeigen, sucht man nach Alternativen. Kann kolloidales Silber eine solche sein?
Laut der überaus euphorischen Aussagen von Heilpraktikern ist kolloidales Silber ein wahrer Alleskönner. Demnach hat es heilende Wirkungen auf Haut und Gewebe, kann entzündliche Prozesse und allergische Reaktionen abschwächen, indem es die Ausschüttung von Histaminen und Prostaglandinen hemmt und wirkt sogar als Verdauungshilfe. Als Erste-Hilfe-Spray soll es sich sogar bei Schnittwunden, Entzündungen, Verbrennungen und Insektenstichen bewährt haben. Wissenschaftliche Belege für all diese Wirkungen gibt es bisher nicht.

Einsatz von Silber in der Industrie
In verschiedenen Medizinprodukten macht man sich den antibakteriellen Effekt des Silbers schon lange zunutze. So etwa in Silbersocken für Diabetiker. Da Diabetiker aufgrund einer verminderten Abwehrfunktion anfälliger für alle Art von Bakterien sind, können diese präparierten Strümpfe helfen, Infekte des Fußes zu vermeiden.

Nebenwirkung blaue Haut?
Doch Mediziner warnen: Wird kolloidales Silber regelmäßig als Nahrungsergänzung eingenommen, drohen schwere Vergiftungen. Da wir bereits über die Nahrung bestimmte Mengen aufnehmen, droht eine Überdosierung. Gesundheitsbehörden empfehlen eine Maximaldosis von fünf Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht am Tag.
Lagert sich zuviel Silber im Körper an, kann es zu einer schiefergrauen Färbung der Haut – einer sogenannten Argyrie – kommen. Neben diesem kosmetischen Problem drohen schwere Störungen des Zentralnervensystems. Eine Blaufärbung der Haut – wie sie in einem Privatvideo gezeigt wurde, ist aber nicht möglich.

In Deutschland gilt kolloidales Silber als Arzneimittel, ist aber nicht als solches zugelassen. Es wird des Öfteren als Nahrungsergänzung oder Experimentierwasser angeboten.