Kommunikation innerhalb der Beziehung im Vergleich

Ist ein Paar glücklich miteinander, funktioniert auch die Kommunikation in der Beziehung reibungslos.


Zwischen glücklichen und unzufriedenen Paaren bestehen gewaltige Unterschiede in der Kommunikation. Zwar bedeutet das nicht, dass sich zufriedene Pärchen nie streiten oder immer einer Meinung sind, sie haben es aber gelernt, trotz Meinungsverschiedenheiten respektvoll und liebevoll mit dem Partner umzugehen.

Unzufriedene Paare
Wenn unzufriedene Paare miteinander reden, sind die Inhalte überwiegend negativ. Da geht es nicht
darum, dass man den anderen fragt, wie sein Tag war sondern darum, warum er schon wieder seine Socken auf den Boden anstatt in den Wäschekorb geworfen hat. Darüber hinaus haben die Gespräche eine hohe Vorhersagbarkeit, da sie immer gleich ablaufen. Abwertungen, Sarkasmus, verächtliche Bemerkungen und Rückzugsverhalten sind an der Tagesordnung. Hinzu kommt, dass der Unterschied zwischen dem was gesagt und dem was eigentlich gemeint war enorm ist. Häufig wird etwas positiv gemeintes negativ gewertet. Unzufriedene Paare haben ebenfalls Probleme nonverbale Signale zu entschlüsseln, besonders Männern fällt dies schwer.
Auch stimmen die verbale und nonverbale Kommunikation (Gestik, Mimik) nicht überein. Ein Kompliment ist zwar verbal positiv, wird es jedoch beim Fernsehgucken geäußert, liegt gleichzeitig ein nonverbales negatives Signal vor, denn es wird kein Interesse am anderen geäußert. Bei zufriedenen Paaren ist eine Kritik (verbal negativ) hingegen gepaart mit positiver Gestik oder Mimik beispielsweise einem Lächeln.

Zufriedene Paare
Bei zufriedenen Paaren findet man viel Positives in der Kommunikation. Zärtlichkeit, Wärme und Aufmerksamkeit bestimmen nicht nur das Zusammenleben sondern auch die Gespräche. Es herrscht oft ein harmonischer Gleichklang, man ist einer Meinung, dieses Phänomen nennen Psychologen soziale Verstärkung. Darüber hinaus finden sich mehr Handlungen, die Reden erleichtern, etwa Humor oder Akzeptanz unterschiedlicher Ansichten. Kommt es zu Problemen, arbeiten diese Paare sehr stark daran, nach einer Lösung zu suchen. Sie tauschen sich aus, probieren aus und schließen Kompromisse.

Kommunikationtraining
Wer sich liebt, ist nicht automatisch ein guter Redner und Zuhörer. Wenn es trotz aller guten Vorsätze und Versuche einfach nicht klappen will, kann eine Kommunikationstherapie helfen. Zwei Programme, die in ganz Deutschland verbreitet sind und angeboten werden, sind das EPL und KEK.
Das EPL-Programm (Ein partnerschaftliches Lernprogramm) richtet sich besonders an junge Paare und solche, die vorhaben in den Hafen der Ehe einzufahren. Als Ehevorbereitung wird es in fast allen Diozösen und vielen unabhängigen Beratungssstellen angeboten. KEK (Konstruktive Ehe und Kommunikation) ist für Paare konzipiert, die bereits seit Längerem zusammen sind. An zwei Wochenenden lernt das Paar unter anderem die häufigsten Kummunikationsfehler und wie man positives in der Beziehung mitteilt.
Generell geht es darum, viele belohnende (konstruktive) Strategien der Kommunikation zu erlernen und destruktive (bestrafende) zu vermindern.