Kondome sind sehr sichere Verhütungsmittel

Wie sicher sind Kondome wirklich?


In einer von Organon- einem deutscher Verhütungsmittelhersteller- in Auftrag gegebenen Studie sprachen sich ein Großteil der befragten Männer für die Sicherheit des Verhütungsmittels aus. Nur die Pille konnte noch einen Platz vor dem Kondom ergattern. Weitere Plätze belegten die Spirale, Stäbchen und andere hormonelle Verhütungsmittel, sie landeten weit abgeschlagen auf den hinteren Plätzen.

Der Pearl- Index spricht gegen das Kondom
Der Pearl- Index- eine Maßeinheit, die die Zuverlässigkeit der verschiedenen Verhütungsmittel angibt, enthüllt, dass die zuversichtlichen Männer einem Irrtum erlegen sind. Während die Antibabypille einen Index von 0,1 bis 0,9 aufweist, zählen Kondome mit einem Wert zwischen zwei und 12 eher zu den unsicheren Kandidaten an der Verhütungsfront. Das heißt zwischen zwei und 12 Frauen von 100, die innerhalb eines Jahres mit einem Kondom verhüten, werden schwanger. Selbst die Basaltemperaturmethode- hierbei werden anhand der morgendlichen Temperatur die fruchtbaren Tage ermittelt- ist mit einem Index zwischen 0,8 und 3 sicherer als das Kondom.

Richtige Anwendung essenziell
Diese Werte weichen in verschiedenen Fällen durchaus voneinander ab, so geben manche Hersteller lediglich die theoretische Sicherheit an, während andere auch Anwendungsfehler in die Statistiken einbeziehen. So muss man festhalten, dass Kondome durchaus sichere Verhütungsmittel sind, vorausgesetzt man benutzt sie auch richtig. Anwendungs- und Lagerungsfehler sind die häufigsten Ursachen für ein Versagen des Verhütungsschutzes. Kondome aus dem Automaten etwa neigen aufgrund ständig schwankender Temperaturverhältnisse zu Material-Instabilität, eine Tatsache, die sich als fatal herausstellen kann. Auch über einen längeren Zeitraum in der Handtasche transportierte Kondome sollten zunächst auf eventuelle Beschädigungen hin untersucht werden. Schließlich ist da die Anwendung selbst, die zahlreiche Benutzer vor ungeahnte Schwierigkeiten stellt. Junge Menschen haben naturgemäß noch kaum Erfahrung mit diesem Verhütungsmittel und müssen seinen Gebrauch erst schrittweise in der Praxis erlernen. Vielen Anwendern ist auch unbekannt, dass Gleitcremes und Öle die Beschaffenheit der dünnen Latexhülle beeinträchtigen können, das Kondom wird porös und reißt schließlich ein. Zahlreiche Missverständnisse und Wissenslücken haben dazu geführt, dass das Kondom seinen Status als sicherstes Verhütungsmittel verloren hat.

Kondome als sicherer Schutz vor Geschlechtskrankheiten
Eine Tatsache aber spricht ganz klar für das Kondom: Es ist das einzige Verhütungsmittel, das bei richtiger Anwendung sicher vor sexuell übertragbaren Krankheiten schützt. In dieser Funktion schlägt es alle anderen Maßnahmen um Längen. Ein weiteres Plus: Mit seinem Spektrum an Farben, Geschmäckern und Beschaffenheiten- erwähnt seien hier in diesem Zusammenhang die Noppen- bietet das Kondom eine schiere Fülle an Möglichkeiten. Selbst Latex-Allergiker müssen nicht auf dieses Verhütungsmittel verzichten.