Um das seit über 3.000 Jahre bekannte Gewürz Koriander (Coriandrum Sativum) ranken sich viele Mythen: Im Mittelalter glaubte man, der Koriander habe eine stark aphrodisierende, also sexuell anregende Wirkung. Im asiatischen Raum galt Koriander sogar als wunderbares Unsterblichkeitselixier, vorausgesetzt man nahm ausreichende Mengen zu sich. Die alten Römer hingegen, denen wir die Verbreitung des Gewürzes mit seinem unverwechselbaren, fast beißenden Geruch in unseren Breitengraden zu verdanken haben, nutzten den Koriander bereits in ihrer Küche - und zwar zum Konservieren von frischem Fleisch. Heute ist Koriander ein fester Bestandteil zahlreicher Küchen – sowohl das Kraut als auch die Samen der 60 Zentimeter hohen Pflanze finden Verwendung in schmackhaften Gerichten.
In jeder Hinsicht eine spezielle Pflanze
Wer Koriander schon mal als ganze, frische Pflanze gesehen hat, wird die Ähnlichkeit zur Petersilie bemerken. Doch bei genauerem Hinsehen und Reiben der Blätter kann man die Unterschiede feststellen. Während die Samen der Pflanze einen angenehmen, fast zitrusfruchtartigen Duft haben, riechen die Blätter eher streng, säuerlich und scharf. Wer sich also die einjährige Pflanze im Garten oder im Topf auf dem Balkon ziehen möchte – sie benötigt ein sonniges, windstilles Plätzchen und mäßig viel Wasser - muss ihren speziellen Geruch mögen. Das gilt übrigens auch für ihren besonderen Geschmack- nicht jeder ist ein Freund dieser erlesenen Würze.
Samen oder Blätter – die Pflanze verfeinert viele Speisen
Das Kraut der Pflanze, also die frischen oder getrockneten Blätter, schmeckt gut in Eintöpfen, zu Bohnen- oder Fleischgerichten. Auch Salate oder Soßen erhalten so eine interessante Geschmacksnote. Die Stängel des Korianders verwendet man ausschließlich in Suppen. Ein kleiner Tipp: Wer mit Korianderblättern kocht, sollte sie zum Schluss der Garzeit hinzufügen, denn nach längerem Erhitzen verliert die Pflanze ihren Geschmack. Die reifen Samen des Korianders lassen sich noch vielfältiger in der Küche einsetzen. Sie verfeinern Eintöpfe und Suppen genauso wie Süßspeisen und Brote.
Ob Völlegefühl oder Unruhe – Koriandersamentee hilft
Aber diese Gewürzpflanze wird auch zu Heilzwecken verwendet. So kann Koriander beispielsweise bei Magen-Darm-Beschwerden helfen. Anwendungsgebiete sind beispielsweise Völlegefühl, Blähungen oder Bauchkrämpfe, aber auch allgemeine Unruhe oder Angstgefühle lassen sich mit Koriander lindern. In der indischen Medizin geht man davon aus, dass Koriander noch mehr kann: Man nimmt es zur Linderung bei Gicht- und Rheumabeschwerden, zum Senken des Fiebers und als Entzündungshemmer. Am besten entfaltet sich die heilende Wirkung, wenn man ein paar der Samen in den Mund nimmt und sie zerkaut. Als Alternative empfehlt sich ein Koriandersamentee. Dazu gibt man 1,5 Gramm zerstoßene Koriandersamen in eine Teetasse und übergießt diese mit siedendem Wasser, anschließend lässt man den Tee zehn bis 15 Minuten ziehen.