KORKampagne: Korken für den Naturschutz

Viele Menschen sammeln Korken, wissen aber nicht, was sie damit anfangen sollen.


Ein gemütlicher Abend mit Freunden ist vorbei, die Weinflaschen längst im Glascontainer, die Reste des Abendessens eingefroren und das Geschirr abgewaschen. Aber was geschieht mit den Korken? Ab in den Restmüll?

Wichtiger Rohstoff
Viele Menschen werfen ihre Korken aus Unwissenheit in den Restmüll und vernichten somit einen wichtigen und seltenen Rohstoff.
Kork wird aus den Rinden einen besonderen Baums – der Korkeiche – gewonnen, die in Suüdeuropa, genauer in der Region Extremadura, im westlichen Spanien beheimatet ist. Und die Gewinnung von Kork ist gar nicht mal so leicht. Bevor die Baumrinde das erste Mal geschält werden darf, vergehen rund 25 Jahre, nach der ersten Ernte müssen weitere zehn Jahre ins Land ziehen, bevor die Rinde erneut genutzt werden darf. Um diesen so wichtigen Rohstoff zu schützen, hat der Naturschutzbund Deutschland (NABU) 1994 die sogenannte „KORKampagne“ ins Leben gerufen. Diese Initiative organisiert und plant das gezielte Einsammeln der Korken – immerhin 1,2 Milliarden jährlich – sowie die weitere Verarbeitung zu ökologischem Baumaterial.

Recycling: Richtig sammeln und abgeben
Wichtig ist die sortenreine Sammlung, das heißt Plastikkorken und solche mit Metalleinfassung gehören nicht in die Korken-Abgabestellen. Gelangen diese dennoch in die Sammelstelle, müssen diese von den Arbeitern in mühevoller Kleinarbeit wieder aussortiert werden. Die Korken können in allen Korken-Sammelstellen, in vielen Supermärkten, Schulen und gemeinnützigen Einrichtungen abgegeben werden. Am besten sammeln Sie Ihre Korken in luftdurchlässigen Gewebesäcken, so verliert sich auch der Weingeruch.

Natürliches Baumaterial
Das Besondere an dieser Aktion ist, dass der Kork ausschließlich in gemeinnützigen Einrichtungen verarbeitet wird, das heißt, Behinderten und Arbeitslosen wird eine Möglichkeit gegeben, ihren Beitrag zur Gesellschaft und Umwelt beizutragen. Die Korken werden geschreddert und zu Kork-Granulat verarbeitet. Dieses wird unter den Namen „RecyKork®“ verkauft. Als Baumaterial ist Kork eines der besten Stoffe überhaupt. Da es praktisch keine Feuchtigkeit aufnimmt, ist es nahezu verrottungssicher. Die Sicherheit und physikalischen Eigenschaften eines Hauses werden somit erhöht. Das Granulat kommt unter anderem als Wärmedämmung oder Schallisolierung zum Einsatz.

Wichtiges Anliegen: Kranichschutz durch Korken
Eng mit dieser Initiative verbunden ist der Kranichschutz, jener Tiere, die vom Aussterben bedroht sind. Einige Arten wurden bereits auf die Rote Liste der IUCN (International Union for Conservation of Nature and Natural Resources) gesetzt. Der Schutz der Lebensräume ist eines der wichtigsten Anliegen des NABUs. Da die Tiere intakte Gebiete zum Leben und Brüten geworden, sind die Populationen stark zurückgegangen. Auch in Extremadura, wo die Korkeichen stehen, die den majestätischen Vögeln als Unterschlupf und Nahrungsgrundlage dienen, gibt es Maßnahmen zur Verbesserung der Bedingungen. Aus einem Teil des Erlöses des Kork-Granulats wird die Naturschutzarbeit in Spanien und anderen Überwinterungsgebieten finanziert.