Kostenlose E-Mail-Programme - eine Übersicht

Neben den gängigen, kostenpflichtigen Mail-Clients, existieren kostenlose E-Mail-Programme, die in den Funktionen häufig noch ausgereifter sind.


Außer der Verpflichtung zum Support durch den Hersteller, scheint es keinen Grund zu geben, warum man auf kostenpflichtige Mail-Clients zurückgreifen sollte. Die kostenlosen E-Mail-Programme besitzen mindestens die gleiche Funktionsvielfalt wie ihre kommerziellen Geschwister und sind zudem häufig sicherer, was den Datenschutz angeht.

Großes Angebot, aber wenige Programme halten sich
Das Angebot für kostenlose E-Mail-Programme reicht von kleinen Postfach-Checkern bis zu vollwertigen Clients. Außerdem kommen seit der rasanten Weiterentwicklung der Smartphones nun auch kostenlose E-Mail-Programme für diese kleinen Alleskönner hinzu. Im PC-Bereich wurden in den letzten Jahren etwa 50 bis 60 Programme produziert, die entweder als Eintagsfliege erschienen oder mangels Zeit der Entwickler nicht weiter verfolgt wurden. Der letzte Punkt ist sicherlich der größte Nachteil von frei verfügbarer Software. Meist stecken Privatleute oder kleine Organisationen dahinter, denen es einfach Spaß macht, gute Programme zu entwickeln und als Konkurrenz zu den kommerziellen Programmen anzubieten. Wenn diesen Gruppen die Zeit fehlt, werden die Programme nicht weitergepflegt und verschwinden, wegen immer größer werdender Inkompatibilität und unbearbeiteten Sicherheitslücken, vom Markt.

Einige kostenlose E-Mail-Programme verschmelzen auch mit anderen Programmen, wobei man natürlich versucht, die jeweiligen Stärken beizubehalten. Der aktuelle Markt für kostenlose E-Mail-Programme wird angeführt von Mozillas Thunderbird. Einige Zeit lang wurden im gleichen Atemzug auch Eudora und Pegasus genannt, von denen Pegasus aber nicht die Akzeptanz von Thunderbird erreichen konnte, während Eudora nicht weiterverfolgt wurde und ins Projekt Penelope überging, das seinerseits in MailForge aufging. Euodora und Penelope waren übrigens, ebenfalls wie Thunderbird, Mozilla-Projekte. Thunderbird ist durch seine Erweiterungsmöglichkeiten auch in der Lage, das Verschlüsselungsprogramm GPG (Alternative zu PGP) zu nutzen.

Wer teilt sich den Markt

  • Die frühere Outlook-Express-Version ist nun als „Windows Live Mail“ bekannt und hat sich gegenüber seiner Urfassung enorm im Bereich Handhabung und Geschwindigkeit verbessert. Auch optisch ist das Programm durchaus ansprechend.
  • Wer es gern etwas verspielter mag, kann die kostenlose Version von „Inredimail“ testen. Dieses Programm besticht durch viele bunte Skins, Briefpapiere und lustige Melder, die als Butler, Blume, Hund und vieles mehr den neuen Posteingang ankündigen.
  • Der Browser „Opera“ bringt ebenfalls einen Mail-Client mit, ähnlich wie „Seamonkey“ als Suite, mit Browser und Chatmodul ausgestattet.
  • In ähnlichem Gewand wie Mozilla, Pegasus oder Eudora zeigt sich auch „Claws Mail“, der außer Mail- auch Newsserver abfragen und seine Verbindungen via SSL aufbauen kann.

Das Angebot für kostenlose E-Mail-Programme umfasst mittlerweile Programme, die über den einfachen Mailverkehr weit hinausgehen. Fast alles beherrschen sie den Umgang mit Feeds in Form von RSS oder Atom. SSL und IMAP gehören zur Grundausstattung und auch als Newsgroup-Client werden sie immer tauglicher. Sogar wer kein einzelnes Mailprogramm wünscht, kann sich als Kombination kostenlose E-Mail-Programme anschaffen. Dazu kann eine entsprechende Suite genutzt werden oder man erweitert seinen Mail-Client um die Fähigkeit, durch Internetseiten zu surfen.