Wir leben in einer Zeit, in der nur sicher ist, das nichts sicher ist. Sie ist schnell, oft oberflächlich und unberechbar. Wir müssen stets aufmerksam sein und "am Ball bleiben", damit wir nicht auf halber Strecke überholt werden. Viele von uns haben Angst vor drohendem Jobverlust oder leiden an Existenzängsten. Wieder andere fürchten sich vor dem Terror, der täglich die Welt erschüttert, das Gefühl der Sicherheit in den letzten Jahren aufgeweicht und die persönlich empfundene Freiheit stark eingeschränkt hat.
Es gibt viele Gründe für Angst
Krankhafte Angst besteht, wenn sie ohne reale bzw. konkrete, nachweisbare Gründe oder Bedrohungen auftritt und zum ständigen Begleiter wird. Wenn sie unangemessen stark und lang anhaltend empfunden wird und wir uns nicht gegen sie wehren können. Wenn wir uns machtlos und ausgeliefert fühlen und ihr aus eigener Kraft nichts entgegensetzen können, um sie zu beheben oder zumindest zu mildern. Diese allgemeine, diffuse Angst hat viele Gesichter. Betroffene der Angststörung sind meistens stark angespannt, ständig besorgt und befürchten, das Schlimmes passieren könnte. So eine Angst kann zum Beispiel eine Phobie (langanhaltende Angst mit Vermeidungstendenz gegen Personen, Situationen, aber auch gegen Tätigkeiten oder Gegenstände) oder eine Panikattacke (extreme körperliche Angstreaktion mit starker Ausschüttung des Stresshormons Adrenalin) sein.
Sehr oft geraten Betroffene, die an krankhafter Angst leiden, in einen regelrechten Teufelskreis, nämlich dann, wenn sie versuchen, die für sie angstauslösenden Situationen zu vermeiden. Auf diese Weise wird die "Angst vor der Angst" allmählich und schleichend übermächtig und zwingt sie immer mehr zum Rückzug und zur Isolation. In Extremfällen kann das Leben von Betroffenen so stark eingeschränkt werden, dass sie nicht mehr fähig sind, ihr Zuhause zu verlassen geschweige denn ihr "normales" Leben zu führen. Äußerlich fallen diese Menschen geradezu in sich zusammen und werden von ihrer Umwelt, von Freunden, Partnern oder der Familie nur noch wie "ein Häufchen Elend" wahrgenommen.
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