Krankheiten besprechen - Wenn die Kraft des Geistes hilft

Das Besprechen von Krankheiten ist in der Regel stark ritualisiert. Mithilfe dieser Methode werden Gürtelrosen, Warzen, Flechte, Herpes und Nervenleiden behandelt.


Das Besprechen von Krankheiten ist eine uralte, überlieferte Methode zur Heilung von Gürtelrosen, Warzen, Flechte, Herpes und Nervenleiden, gehört in Deutschland aber immer noch zu den Gesundheitstrends. Das Besprechen im magischen Sinn ist in der Regel stark ritualisiert. Der von den Anhängern dieser Praxis angestrebte Erfolg hängt stark von einer Vielzahl äußerer Faktoren ab.

Voraussetzungen für das Besprechen von Krankheiten

  • Die Menge und Art der Teilnehmer am Ritual kann sehr unterschiedlich sein, beginnt aber im Minimum mit der ausführenden Person. Hierbei kann es sich um einen Priester, Schamanen oder eine Hexe handeln. Es kann aber auch ein Kreis von Personen bestimmt durch die Anzahl (etwa durch magische Zahlen wie z.B.  3, 7, 13), das Alter, das Geschlecht oder andere Merkmale sein.
  • Weitere Faktoren sind bestimmte heilige und magische Orte oder Zeiten. Nicht selten wird die Ausübung solcher Rituale vom Mondkalender bestimmt. Auch Hilfsmittel wie Kräuter oder andere dem Glauben entsprechende Wirkmittel kommen zum Einsatz.

Grundlagen und Ziele

  • Wird in der alternativen Heilkunst eine Warze besprochen, so steht dahinter die Vorstellung, dass die Krankheit eine personifizierte Macht ist, die diese Hautveränderung hervorruft. Durch das Besprechen der Warze wird jenes Wesen zum Verlassen des Patienten bewegt. So ein Wesen kann ein Dämon sein, der den von ihm Besessenen peinigt oder ihn zu ungewollten Handlungen und Worten treibt. Der Heiler erhofft sich von solchen Dämonen oder den Geistern Verstorbener Hilfe und Auskünfte. Durch Beschwörungsformeln nimmt er Kontakt zu ihnen auf.
  • Die Ziele einer Besprechung sind so vielfältig wie ihre Voraussetzungen.
    Am bekanntesten wurden Besprechungen im Zusammenhang mit
    Heilungsabsichten. Die Begriffe "Besprechen" und "Verzaubern" werden
    vielfach gleichlautend benutzt. Besprochene Gegenstände und Personen
    sollen dem Willen desjenigen unterworfen werden, der die Besprechung
    durchführt.

Ablauf einer Behandlung

  • Bannrituale wie der Exorzismus haben den gleichen Ursprung wie das Besprechen. Das Besprechen wird aber von einfacher organisierten Gemeinschaften durchgeführt. Das Können des Besprechens wird oft von einem Vorfahren auf eines der Kinder, Enkel oder andere Abkömmlinge übergeben.
  • Die erkrankte Körperpartie wird oft mit einer Hand berührt oder bedeckt und dabei unhörbar ein Spruch oder Gebet aufgesagt. Mancher berührt die Warze oder das erkrankte Körperteil, verlässt kurz das Zimmer und kehrt nach wenigen Augenblicken wieder. Hier sind die Vorgehensweisen unterschiedlich.
  • Aber Vorsicht: Fragen Sie einen Besprecher niemals, was er beim Krankheiten besprechen murmelt! Im günstigsten Fall wird er antworten, dass darüber nicht gesprochen werden darf. Manche werfen ihre Patienten allerdings auch ganz schnell aus dem Haus.