Kündigung durch Arbeitgeber: Ihre Rechte als Angestellter

Für niemanden ist es schön eine Kündigung durch Arbeitgeber zu erhalten. In dem Fall ist es wichtig seine Rechte und Ansprüche zu kennen, um zu überprüfen, ob die Kündigung formal und gesetzlich richtig ist.


Eine Kündigung durch Arbeitgeber kommt wesentlich häufiger vor als der umgekehrte Fall. Manchmal sind Entlassungen tatsächlich unvermeidbar, wenn zum Beispiel das Unternehmen mit wirtschaftlichen Problemen kämpfen muss. Doch leider liegt auch des Öfteren einfach Gewinnstreben vor, oder unliebsamen Mitarbeiter werden entlassen, da sie sich für ihre Arbeiterrechte einsetzen. In jedem Fall muss eine Entlassung bestimmte formale Vorgaben und Fristen einhalten, über die jeder Angestellte Bescheid wissen sollte, um gegebenenfalls gegen unrechtmäßige Kündigungen vorgehen zu können.

Kündigung durch Arbeitgeber: Formale Vorgaben
Damit eine Kündigung rechtskräftig wird, bedarf sie der schriftlichen Form mit der Originalunterschrift des Arbeitgebers und muss als Original dem Angestellten ausgehändigt werden. Mündliche Kündigungen sind unwirksam. Darin muss der Zeitpunkt aufgeführt sein, zu dem das Arbeitsverhältnis beendet wird. In dem Fall, dass die Kündigungsfrist mit dem angegeben Datum nicht eingehalten wird, ist die Kündigung dennoch wirksam, allerdings erst zum nächsten fristgerechten Zeitpunkt.
In dem Kündigungsschreiben brauchen keine Gründe für die Entlassung enthalten zu sein, sofern es sich um eine ordentliche, also fristgerechte Kündigung handelt. Ist es allerdings in Betriebsvereinbarungen oder Tarifverträgen vorgeschrieben, muss eine Begründung enthalten sein. Im Fall von außerordentlichen (fristlosen) Kündigungen, hat man das Recht eine detaillierte schriftliche Begründung einzufordern. Bei der Kündigung von Berufsausbildungsverträgen nach der Probezeit besteht aber eine grundsätzliche Begründungspflicht.
Im Fall von befristeten Arbeitsverhältnissen, ist die Sachlage komplizierter, da hier eine vorzeitige Kündigung teilweise ausgeschlossen ist.

Kündigungsschutzrecht
Innerhalb von drei Wochen hat jeder Arbeitnehmer die Möglichkeit gegen die Kündigung vor dem zuständigen Arbeitsgericht zu klagen. Daher sollte man sich unverzüglich über das Kündigungsschutzrecht informieren, vor allem, wenn einem die Entlassung, beziehungsweise deren Begründung, nicht gerechtfertigt scheint. Wer zweifelt, ob das Kündigungsschutzrecht im persönlichen Fall zutreffend ist, sollte sich von einem Anwalt beraten lassen. Es gilt allerdings nur in Betrieben mit mehr als fünf Arbeitnehmern.
Das Kündigungsschutzgesetz schützt zunächst bestimmte Personengruppen vor Entlassungen, wie Schwangere, Erziehungsgeldberechtigte, Auszubildende und weitere. Weiterhin ist eine Kündigung sozial nicht gerechtfertigt, wenn die Person länger als sechs Monate im Betrieb beschäftigt war. Sozial gerechtfertigt ist sie nur, wenn sie aus personenbedingten, verhaltensbedingten oder betriebsbedingten Gründen geschieht. Dies kann allerdings vom Arbeitgeber immer einleuchtend formuliert werden, sodass es eine ungerechtfertigte Kündigung schwierig nachzuweisen ist.

Nach der Kündigung bei der Arbeitsagentur melden
Wichtig ist, dass man sich nach der Kündigung zügig bei der Arbeitsagentur als arbeitssuchend oder arbeitslos meldet. Hier ist es auch wichtig, sich über die Meldefristen zu informieren. So muss man sich bei einer längeren Kündigungsfrist drei Monate vor dem Ende des Arbeitsverhältnisses als arbeitssuchend melden. Bei kurzen Fristen muss dies innerhalb von drei Tagen nach Erhalt der Kündigung erfolgen. Wenn man dies verpasst, drohen Verluste des Arbeitslosengeldes von bis zu 500 Euro.