Kündigungsfristen beim 400-Euro-Job: Rechtliches

Die Kündigungsfristen beim 400-Euro-Job sind oft Streitthema für Angestellte und Chefs. Dabei gibt es klare rechtliche Regelungen.


Die Kündigungsfristen beim 400-Euro-Job sind ein wichtiges Thema für Arbeitnehmer wie Arbeitgeber in solchen Arbeitsverhältnissen. Leider herrscht auf beiden Seiten oft Unkenntnis über die rechtlichen Regelungen. Dabei gibt es klare Vorgaben zur Kündigungsfrist beim 400-Euro-Job.

Gleiches Recht auch für 400-Euro-Jobber

  • Grundsätzlich gilt, dass 400-Euro-Jobber arbeitsrechtlich nicht anders zu behandeln sind als alle anderen Arbeitnehmer. Nur was die Versteuerung ihres Lohns und die Sozialversicherungen angeht, haben 400-Euro-Kräfte einen besonderen Status.
  • Das Kündigungsrecht ist aber für sie genauso gestaltet wie für einen ganz normalen Arbeitnehmer in Vollzeit. Im Detail bedeutet das, dass weder der Chef von heute auf morgen kündigen kann, noch dass der Arbeitnehmer sich plötzlich aus dem 400-Euro-Job verabschieden darf.
  • Wenn es eine Probezeit im 400-Euro-Job gibt und die Kündigung in diese Phase fällt, können beide Seiten mit jeweils zweiwöchiger Frist kündigen. Wenn das Arbeitsverhältnis als 400-Euro-Job noch nicht länger als sechs Monate besteht, braucht man keinen expliziten Grund für eine Kündigung vom Arbeitgeber aus.
  • Danach greift auch für 400-Euro-Jobs das Kündigungsschutzgesetz, nachdem gesetzlich anerkannte Gründe für eine Kündigung durch den Arbeitgeber erforderlich sind. Außerdem gelten dann vierwöchige Kündigungsfristen beim 400-Euro-Job.
  • Besteht der Arbeitsvertrag länger als zwei Jahre und ist der Arbeitnehmer schon älter, verlängern sich die Kündigungsfristen beim 400-Euro-Job von Chefseite aus auf bis zu sieben Monate. Ausgenommen davon sind nur Firmen mit höchstens zehn Beschäftigten, wobei hier der 400-Euro-Jobber nur als halber Arbeitnehmer gezählt wird.

Kündigungsformalitäten in einem 400-Euro-Arbeitsverhältnis

  • Auch für 400-Euro-Jobbern gilt, dass eine Kündigung immer schriftlich erfolgen und nachweislich zugestellt werden muss. Das betrifft übrigens auch rein mündlich geschlossene Arbeitsverträge, die bei 400-Euro-Jobs trotzdem schriftlich gekündigt werden müssen.
  • Gekündigt werden kann normalerweise in einem Arbeitsverhältnis, das dem Kündigungsschutz unterliegt, nur zum 15. oder zum Ende eines Monats. Der gewöhnliche besondere Kündigungsschutz zum Beispiel für Schwangere muss ebenfalls in einem 400-Euro-Job gewährt werden.
  • Sollte es einen Betriebsrat geben, muss dieser auch bei 400-Euro-Kräften vor der Kündigung angehört werden. Falls der Jobs von vornherein befristet war oder ein Auflösungsvertrag geschlossen wurde, gibt es keinerlei Vorschriften für Kündigungsfristen beim 400-Euro-Job.
  • Die Kündigungsformalitäten können sonst nur durch Tarifverträge oder die Einstufung als kurzfristige Beschäftigung verändert und die Kündigungsfristen beim 400-Euro-Job dadurch verkürzt werden.
  • Wer die Regelungen für normale Jobs kennt, kann sich auch bei 400-Euro-Jobs orientieren. Sollte es zu einem Rechtsstreit bezüglich der Kündigungsfristen beim 400-Euro-Job kommen, ist man so auf der sicheren Seite. Die Kündigungsfristen beim 400-Euro-Job sind gesetzlich klar verankert und können auch im Arbeitsrecht nachgelesen werden.