Kündigungsfristen - Gut geplant ist halb gewonnen

Eine Kündigungsfrist von drei Monaten ist gesetzlich vorgeschrieben, aus diesem Grund sollte die Kündigung, der Auszug und der Einzug in eine neue Wohnung gut geplant werden.


Beim Einzug ist die Wohnwelt noch in Ordnung. Kein Gedanke an einen nervenaufreibenden Umzug, da man glaubt, die Traumwohnung gefunden zu haben. In den meisten fällen ändert sich die finanzielle Lage jedoch. Plötzlich ist man nach Jahren doch noch befördert worden, man kann sich nun eine Wohnung leisten kann, die größer, heller und gepflegter ist als die derzeitige. Auch kann ein Platzmangel aufgrund von Kindern oder Ärger mit den Nachbarn ein Grund für einen Umzug sein.

Rechtzeitig kündigen
Ist der Wille zu einem Umzug gefasst, sollte jedoch bedacht werden, dass Sie die Kündigungsfrist einzuhalten haben. Eine fristlose Kündigung ist rechtswidrig, außer Sie pflegen einen engen Kontakt mit dem Vermieter, der dies unterm Tisch zulässt. Für alle anderen gilt: der frühe Vogel fängt den Wurm.

Länge der Kündigungsfrist
Die Kündigungsfrist ist in der Regel im Mietvertrag festgelegt und beläuft sich auf drei Monate. Diese wird jedoch um jeweils drei Monate verlängert, wenn eine Wohnzeitspanne von fünf beziehungsweise acht oder zehn Jahren überschritten wurde, die Fristen belaufen sich somit auf 6, 9 oder Zwölf Monate. Eine Abweichung von diese Zeiten zum Nachteil des Mieters ist gesetzlich unzulässig.

Beispiel:
Herr Meier ist im Jahr 2000 in die Wohnung X gezogen und hat bis heute sechs Jahre dort gewohnt. Nun möchte er jedoch aufgrund eines Arbeitsplatzwechsels umziehen. Da er länger als fünf Jahre in der Wohnung gelebt hat, muss er eine Kündigungsfrist von sechs Monaten einhalten. Herr Meier möchte am 31.12. ausziehen, er muss also Ende Juni (30.06.) das Mietverhältnis schriftlich kündigen, spätestens jedoch bis zum dritten Werktag des Folgemonates, da allen der Abzug der Karenzzeit zusteht.

Mietrechtsreform
Da jedoch am 01. September 2001 eine neue Mietrechtsreform in Kraft getreten ist, können sich diejenigen Mieter glücklich schätzen, die einen Mietvertrag nach dem ersten September 2001 eingegangen sind. Dieser besagt, dass der Mieter, unabhängig wie lange er in der Wohnung gelebt hat, lediglich eine Kündigungsfrist von drei Monaten einzuhalten hat. Das Mietverhältnis muss also drei Monate im voraus am Ende des Monates abzüglich der Karenzzeit schriftlich gekündigt werden.
Für den Vermieter verlängert sich jedoch die Kündigungsfrist mit der Dauer der Wohnzeit des Mieters, nach fünf Jahren auf sechs Monate und nach acht Jahren auf neun.
Weitere Gesetzesänderung
Dadurch, dass es am 1. Juni 2005 eine weitere Gesetzesänderung gab, können jedoch auch solche Mietverträge vom Mieter mit einer Frist von drei Monaten gekündigt werden, die vor dem 1. September 2001 aufgesetzt wurden.