Kündigungsgründe - wann der Arbeitgeber entlassen kann

Eine Kündigung kann unterschiedlich verlaufen, je nachdem, mit welcher Kündigungsform Sie es zu tun haben. Sie haben die Möglichkeit, sich gegen ungerechtfertigte Kündigungsgründe zur Wehr zu setzen.


In Zeiten, in denen die Rechte des Arbeitnehmers immer mehr eingeschränkt  und Entlassungen in vielen Betrieben an der Tagesordnung sind, ist es wichtig, mögliche Kündigungsgründe zu kennen. Denn ganz rechtlos sind Sie als Arbeitnehmer nun auch nicht, und vor so mancher Kündigung kann man sich schützen. So können gegen jede Art von Kündigung auch Rechtsmittel eingelegt werden.

Betriebsbedingte Kündigungen und Kündigungen während der Probezeit

  • Die klassischen Kündigungsgründe sind die betriebsbedingte Kündigung sowie die Kündigung innerhalb der Probezeit. Letztere ist eigentlich die für den Arbeitnehmer aussichtsloseste Form, denn während der Probezeit kann jederzeit und ohne Angabe von Gründen gekündigt werden. Die Frist beträgt dabei 14 Tage, es sei denn, es wurden im Vertrag andere Fristen vereinbart.
  • Bei der betriebsbedingten Kündigung ist die Situation eine andere. Sie sollten in einem solchen Fall mit einem Rechtsanwalt sprechen, denn hier stehen Ihnen gewisse Rechte zu.
  • Sie können je nach Dauer Ihrer Betriebszugehörigkeit eine Abfindung einfordern. Außerdem muss der Arbeitgeber für den Fall, dass es vor das Arbeitsgericht geht, nachweisen, dass es notwendig war, eine betriebsbedingte Kündigung auszusprechen.
  • Die sozialen Aspekte müssen ebenfalls geprüft und begründet werden - davor scheuen sich viele Arbeitgeber. So lässt sich mit einer außergerichtlichen Einigung über einen Rechtsanwalt oftmals noch ein wenig mehr herausschlagen.

Verhaltensbedingte Kündigungen und fristlose Kündigungen

  • Die verhaltensbedingte Kündigung setzt, wie der Name schon sagt, ein Fehlverhalten des Arbeitnehmers voraus und stellt in einem solchen Fall als Nachweis auch die Kündigungsgründe dar. Hier muss unterschieden werden zwischen Fehlverhalten und grobem Fehlverhalten.
  • Ein Fehlverhalten setzt eine beziehungsweise zwei Abmahnungen voraus, bevor gekündigt werden kann. Hier hat der Arbeitnehmer zudem das Recht, dieser Abmahnung zu widersprechen, wenn sie nicht gerechtfertigt ist.
  • Kündigungsgründe sind beispielsweise wiederholte Verspätungen, unentschuldigtes Fernbleiben von der Arbeit oder permanentes Surfen im Internet. In diesen Fällen muss auf jeden Fall die Form der Abmahnung vom Arbeitgeber eingehalten werden, um eine ordnungsgemäße Kündigung durchsetzen zu können.
  • Anders verhält es sich bei einem groben Fehlverhalten, das den Betrieb entweder finanziell oder in seinem Ruf geschädigt hat. Dies kann Diebstahl von Firmeneigentum oder ungebührliches Verhalten gegenüber einem Kunden sein. In diesen Fällen hat der Arbeitgeber das Recht, eine fristlose Kündigung auszusprechen, hat aber diese Kündigungsgründe im Falle eines Rechtsstreits ebenfalls vor Gericht nachzuweisen.
  • Sind diese Kündigungsgründe nachgewiesen, hat man in der Regel keine Chance. Selbst ein Bagatelldiebstahl stellt einen Vertrauensbruch zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer dar, sodass ein gemeinsames Arbeiten nicht mehr möglich ist. Verschiedene Gerichte haben in vielen Präzedenzfällen geurteilt, wie man auch Presseberichten der letzten Jahre entnehmen konnte.