Kündigungsrecht für Arbeitnehmer

Das Kündigungsrecht schützt Arbeitnehmer durch festgelegte Kündigungsfristen, -gründe und -abläufe vor Willkür von Arbeitgebern.


Sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer können ein Arbeitsverhältnis beenden. Damit das nicht willkürlich geschieht, gibt es gesetzliche Regelungen. Der Arbeitnehmer genießt dabei besonderen Kündigungsschutz.

Kündigungsfristen

  • Jede Kündigung muss schriftlich erfolgen, sonst gilt sie nicht. Bevor einem Mitarbeiter gekündigt werden kann, müssen gewisse Grundsätze gemäß dem Kündigungsrecht beachtet werden. Kündigungsfristen sind im Bürgerlichen Gesetzbuch geregelt und schützen den Arbeitnehmer.
  • Nach Ende der Probezeit beträgt die Frist vier Wochen bis zum 15. oder zum Ende eines Kalendermonats. Arbeitet derjenige seit mindestens zwei Jahren für denselben Arbeitgeber, läuft die Kündigungsfrist einen Monat lang, ab einem fünfjährigen Arbeitsverhältnis sind es zwei Monate.
  • Je länger der Arbeitnehmer im Unternehmen beschäftigt ist, desto länger die Kündigungsfrist. Ab einer Zugehörigkeit zur Firma von mehr als 20 Jahren steht demjenigen sogar eine Kündigungszeit von sieben Monaten zu. Es gibt aber Ausnahmen:
  • Wurden im Tarifvertrag abweichende Fristen festgelegt, gelten diese. Während der maximal sechsmonatigen Probezeit kann das Arbeitsverhältnis ohne Angabe eines Grundes mit einer zweiwöchigen Frist beendet werden.
  • Diese Fristen gelten laut Kündigungsrecht immer bei einer ordentlichen, das heißt fristgerechten, Kündigung. Dabei darf die Auswahl des zu kündigenden Mitarbeiters nicht willkürlich sein.
  • Es muss einen nachvollziehbaren Grund geben – zum Beispiel geringere Einnahmen eines Unternehmens, die zum Stellenabbau führen. Will der Arbeitnehmer gegen die Kündigung vorgehen, muss er innerhalb von drei Wochen nach Erhalt eine Kündigungsschutzklage einreichen.

Fristlose Kündigung

  • Die Alternative zur ordentlichen ist die außerordentliche - umgangssprachlich fristlose – Kündigung. Wie der Name sagt, gelten die Kündigungsfristen nicht, dafür gibt es verschärfte Regeln nach dem Kündigungsrecht.
  • Es muss ein wichtiger Grund vorliegen, der im Vertrauens-, Leistungs- oder Betriebsbereich liegt. Das Vertrauensverhältnis zwischen Arbeitnehmer und –geber wird durch sexuelle Belästigung, Diebstahl oder eine schwere Beleidigung zerstört.
  • Eine Kündigung ist auch möglich, wenn die Leistung des Angestellten beispielsweise wegen einer Krankheit nicht mehr ausreicht. Auch wenn Arbeitsplätze aus betrieblichen Gründen wegfallen, kann eine außerordentliche Kündigung durchgesetzt werden.

Regeln für die fristlose Kündigung

  • Wichtig ist, dass bei der Entscheidung, welche Mitarbeiter entlassen werden, die Sozialauswahl beachtet wird. Das bedeutet, dass bei Mitarbeitern mit vergleichbaren Qualifikationen Kriterien wie Alter, Unterhaltspflichten und Dauer der Betriebszugehörigkeit geprüft werden müssen. 
  • Damit der Arbeitnehmer nicht der Willkür seines Vorgesetzten ausgesetzt ist, gibt es auch hier Regelungen zum Kündigungsrecht: Die außerordentliche Kündigung gilt nur, wenn sie innerhalb von zwei Wochen nach Geschehen des Kündigungsgrunds ausgesprochen wird.
  • Sowohl bei befristeten als auch bei unbefristeten Verträgen kann eine außerordentliche Kündigung ausgesprochen werden. Eine ordentliche Kündigung ist hingegen nur bei unbefristeten Verträgen möglich.
  • Statt einer Kündigung können Arbeitgeber und –nehmer auch einen Aufhebungsvertrag abschließen und das Arbeitsverhältnis im gegenseitigen Einvernehmen beenden. Darauf sollte sich der Arbeitnehmer aber nur einlassen, wenn er schon einen neuen Job in Aussicht hat, da er sonst für zwölf Wochen kein Arbeitslosengeld erhält.