Künstliche Befruchtung - Hoffnung für kinderlose Paare

Die künstliche Befruchtung stellt für viele Paare die einzige Möglichkeit dar, ein Kind aus eigen Fleisch und Blut zubekommen. Informationen zu diesem Thema können sie hier einsehen.


Bis zu jede fünfte Partnerschaft bleibt in Deutschland aufgrund von Unfruchtbarkeit eines Partners kinderlos. Für viele Paare ist daher die künstliche Befruchtung die letzte Hoffnung, doch noch ein eigenes Kind zu bekommen. Damit der Kinderwunsch endlich in Erfüllung geht, sind in der Regel beide bereit, einiges auf sich zu nehmen. Von hormoneller Behandlung zur Stimulation des Eisprungs bis hin zu operativen Eingriffen zum Einsetzen der befruchteten Embryos scheuen die Frauen in der Regel keine Mühe, um endlich schwanger zu werden.

Unfruchtbarkeit unter dem Mikroskop
In der Regel müssen sich aber, bevor es zu dem Versuch einer künstlichen Befruchtung kommt, beide Partner einer gründlichen Untersuchung unterziehen. Dabei wird neben einem Zyklusprotokoll auch berechnet, wann der Geschlechtsverkehr zeitlich am ehesten zu einer Befruchtung führt. Auch wird die Aktivität der männlichen Spermien im Gebärmutterschleim zwölf Stunden nach dem Geschlechtsverkehr näher durchleuchtet. Dabei kommt es auch auf deren Beweglichkeit, Menge und Form an.

Insemination
Man unterscheidet zwischen der homologen und heterologen Insemination, je nachdem ob die Spermien des Partners oder Ehemannes oder solche von fremden Spendern verwendet werden.Bei der Insemination findet die Befruchtung innerhalb des weiblichen Körpers statt, diese wird jedoch auf medizinischem Weg vorbereitet. Die weit verbreitetste Methode ist die so genannte Intrauterine Insemination (IUI). Bevor die Spermien in die Gebärmutter injiziert werden können, müssen sie in einem speziellen Verfahren aufbereitet werden. Diese Vorbehandlung verhindert, dass es zu Unverträglichkeitsreaktionen der Frau kommt. Die Vorteile der Insemination sind eindeutig. Die „schlechten“ Spermien werden vor der Einbringung in die Gebärmutter aussortiert. So haben nur die mobilsten Samenzellen die Möglichkeit zu der Eizelle vorzudringen. Der Schleimpfropf im Gebärmutterhals stellt kein Hindernis dar und der Weg zum Eileiter ist kurz.

In-vitro Fertilisation
Wenn die Befruchtung außerhalb des Körpers zustande kommt, spricht man von extrakorporalen Befruchtung. Das am häufigsten zum Einsatz kommende Verfahren der künstlichen Befruchtung ist die In-Vitro Fertilisation, oder kurz IVF genannt. Auch hier findet im Vorfeld eine Hormonbehandlung statt, um die Eibläschen zum Wachstum anzuregen. Nachdem der Eisprung eingeleitet worden ist, entnimmt der Gynäkologe die Eizellen. Frische Spermien des Mannes und die entnommene Eizelle werden im Labor miteinander verschmolzen. Diese Befruchtung kann auf zweierlei Art geschehen. Bei der klassischen Methode werden die am besten geeigneten Spermien, sie müssen besonders bewegungsfähig sein, mit den Eizellen zusammengebracht. Ein besonderes Verfahren innerhalb der IVF ist die intracytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI). Hierbei wird lediglich ein einziges Spermium in die Eizelle injiziert. Diese Prozedur kommt zur Anwendung, wenn die Spermienqualität und –mobilität deutlich eingeschränkt ist und bereits zwei künstliche Befruchtungen fehlgeschlagen sind. Die Befruchtung von Eizelle und Spermium wird mittels spezieller Mikrokanülen unter dem Mikroskop vorgenommen. Wenn die Befruchtung erfolgreich war, setzt der Arzt den Embryo nach drei bis fünf Tagen in die Gebärmutter ein, wo er nun wie bei einer normal verlaufenden Schwangerschaft auch, heranwächst.

Erfolgsaussichten
Die Aussichten für den Erfolg einer künstlichen Befruchtung sind von unterschiedlichen Faktoren abhängig. Hierzu gehören neben dem Alter der Patientin auch die Anzahl der Embryonen. In der Regel müssen mehrere IVF-Zyklen durchgeführt werden, um ein positives Ergebnis zu erzielen. Die emotionale Belastung einer künstlichen Befruchtung ist emotional sehr belastend und kann sich auf den möglichen Erfolg auswirken.

Embryonenschutzgesetz
Die Voraussetzungen und Bedingungen für eine künstliche Befruchtung sind im deutschen Embryonenschutzgesetz festgelegt. Es gilt als eine der strengsten Richtlinien weltweit. Im Einzelnen verbietet das Gesetz die Präimplantationsdiagnostik, das heißt der Embryo darf vor dem Einsetzen in die Gebärmutter nicht genetisch auf Krankheiten oder Gendefekte hin untersucht werden. Außerdem dürfen nie mehr als drei Embryonen gleichzeitig in einem Zyklus eingesetzt werden. Überzählige, bereits geteilte Embryonen müssen vernichtet werden. In Deutschland sind Leihmutterschaft und Eizellenspende verboten.