Kultureller Schmuck - alte Traditionen bewahren

Viele Religionen und Stämme tragen Schmuck, der ihre eigene Kultur wiederspiegelt und verstärkt. Die Stammesoberhäupter können damit zum Beispiel ihren Stand in der Gesellschaft anzeigen.


Schmuck in seinen vielen Ausprägungen hat vor allem verschönernde Aspekte. In jeder Kultur hat er andere Formen angenommen. Religion spielt dabei eine ebenso große Rolle wie individuelle Vorlieben. Schmuck findet sich in allen Ländern der Welt wieder. Neben der ästhetischen Wirkung hat die Verzierung des Körpers viele weitere Funktionen, eine davon ist die als Geldmedium.

Schmuck als Zahlungsmittel
Bevor es Münzen oder Papiergeld überhaupt gab, dienten Muscheln, Perlen aber auch Zähne als Zahlungs- und Tauschmedium für Waren und Lebensmittel. Die „Kaurischnecke“ beispielsweise war als fälschungssichere Währung in vielen Gebieten im Einsatz. Aber Schmuck ist nicht nur Zahlungsmittel selbst, sondern auch eine wichtige Einnahmequelle. Die Herstellung ist ausgesprochen leicht, weil keine großen Investitionen getätigt werden müssen. Kreativität, Fantasie und viele schöne, möglichst natürliche Materialien, die in den jeweiligen Ländern vorkommen, sind die Basis. Besonders so genannte "Dritte Welt Läden" haben den Charme dieses Naturschmucks entdeckt und führen ihn in ihren Sortimenten.

Kultureller Schmuck in vielen Variationen
Viele Religionen, Glaubensgemeinschaften oder Stammesgesellschaften haben ihren eigenen Schmuck, der über die Jahrhunderte hinweg die Traditionen und Kultur widerspiegelt und erhält. Die amerikanischen Ureinwohner beispielsweise verwendeten in ihrem Schmuck vor allem türkise Steine und Silber. Diese Verbindung beider Materialien ergab eindrucksvolle und zeitlose Schmuckstücke. Auch der typische Tuareg Schmuck wird hauptsächlich aus dem Edelmetall Silber gefertigt. Doch anstelle des eher kühl anmutenden Türkis werden für den asiatischen Schmuck vorrangig Edelsteine in warmen Rottönen wie etwa der Aventurin verwendet. In typisch keltischem Schmuck finden Betrachter vor allem schwarze Ornamente auf schimmernden Silberoberflächen. Archaische, starke Formen und einfache Muster stehen gleichrangig mit verschlungenen Strukturen.

 

Symbole und Mythen
Die Schmuckherstellung beschränkt sich nicht nur auf einfache geometrische Formen, sondern baut auch komplexe Muster und Symbole in ihre Ringe und Halsketten ein. Das einfachste und zugleich schönste Symbol, das uns bekannt ist, ist der Ring. In seiner geschlossenen Form steht er für die Ewigkeit. Welches andere Symbol wäre besser geeignet, das innige Band zweier Eheleute auch symbolisch zu verdeutlichen? Auch das Kreuz, das im Christentum für die Beziehung zwischen Gott und den Menschen steht, ist ein beliebtes Motiv für einen Schmuckanhänger. Keltische Kreuze verfügen neben der bekannten Grundform über eine Besonderheit. Ein um das Kreuz geschlungener Kreis ist Ausdruck für die Verbindung aus Himmel und Erde. Spiralen, die vielfach in der Schmuckindustrie Verwendung finden, repräsentieren die dreifache Göttlichkeit der Lebensphasen einer Frau. Das weibliche Leben beginnt als Jungfrau, wird als Mutter fortgeführt und endet schließlich als alte Frau. Auch Schlangen sind kulturell symbolträchtige Motive für Schmuckstücke. Sie stehen für die Wiedergeburt und verdeutlichen gleichzeitig den immer währenden Kreislauf der Natur.

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