Kunststoffbearbeiter - Ein Berufsbild

Die chemische Industrie stellt einen rasant wachsenden Wirtschaftssektor dar. Der Beruf Kunststoffbearbeiter wird zunehmend beliebter.


Berufe in der chemischen Industrie gelten zumeist als äußerst zukunftssicher. Sie haben sich in den letzten Jahren weit vom Image der gesundheitsschädigenden Berufe entfernen können und bieten oftmals große Aufstiegschancen. Die Arbeit als Kunststoffbearbeiter ist ein gutes Beispiel dafür, wie lukrativ und erfüllend Berufe im chemischen Sektor heute sein können.

Vorbedingungen und Zulassungsbeschränkungen

  • Die Ausübung dieses Berufes erfordert eine umfassende, abgeschlossene Ausbildung. Diese ist nicht mit bestimmten Mindestanforderungen bezüglich des Bildungsabschlusses verbunden. Bundesweit ist die Ausbildung auf einen Zeitraum von drei Jahren genormt. Dabei wird beispielsweise essenzielles Wissen über Bauteile, Faserverbundstoffe und Halbzeuge vermittelt.
  • Chemisches Grundwissen ist für den Ausbildungsbeginn nicht erforderlich. Entscheidender ist ein großes Interesse am Thema Chemie. Die Ausbildung kann wahlweise in schulischer Form absolviert werden, wesentlich häufiger findet sie allerdings im betrieblichen Umfeld statt.

Aufgaben und Tätigkeitsbereiche

  • Allgemeine Hauptaufgabe ist es, aus chemischen Polymeren diverse Bauteile und Faserverbundwerkstoffe herzustellen. Kunststoffbearbeiter sind für die Programmierung, Bedienung und Wartung jener Maschinen verantwortlich, die am Herstellungsprozess beteiligt sind. Vereinzelt setzen sie sich auch mit der Herstellung von Primärkunststoffen auseinander. Hauptsächlich hält sich ein Kunststoffbearbeiter während der Arbeit in den Produktionshallen auf, um sich stets ein direktes Bild vom Ablauf der Prozesse machen zu können.
  • Eine mitunter gesundheitsgefährdende, direkte Arbeit mit den Stoffen ist aber nicht Teil des Berufsbildes. Die Maschinen sind weitestgehend hochmodern und nahezu vollständig automatisiert. Dementsprechend müssen umfassende Kenntnisse über zahlreiche Produktionsprozesse und Kunststoffverarbeitungsverfahren vorhanden sein. Dazu zählen unter anderem Füge- und Umformverfahren, aber auch Rotationsformungsprozesse und das Kalandrieren.
  • Arbeitskräfte müssen ebenfalls in der Lage sein, verlässlich und präzise die benötigten Stoffmengen für ein chemisches Rezept zu berechnen. Weitere Aufgabenbereiche sind die sachgerechte Lagerung der Formgebungswerkzeuge sowie deren Reinigung. Der Beruf ist also mit einem hohen Grad an Verantwortung verbunden.

Nicht nur Praxis, sondern auch Theorie verlangt

  • Neben der praktischen Arbeit an den Anlagen beschäftigen sich Kunststoffbearbeiter außerdem mit theoretischen Problemstellungen. So sind sie beispielsweise für die Produktionsoptimierung zuständig. Auch an der Entwicklung des eigentlichen Produktes sind Kunststoffbearbeiter oftmals beteiligt, da sie umfassendes Wissen zu chemischen Stoffen besitzen.
  • Selbst bei der abschließenden Produktprüfung wirken sie mit. Kunststoffbearbeiter sind also für verschiedenste Prozesse unverzichtbar und erfüllen Aufgaben, die in der chemischen Industrie von enormer Bedeutung sind.