Eine gute Lackierung aus Kunststoffteilen anzubringen, erfordert einige Sorgfalt und auch ein paar Sicherheitsmaßnahmen. Beim Lackieren empfiehlt es sich eine Staubschutzmaske zu tragen und auf keinen Fall zu rauchen. Offenes Feuer ist bei Arbeiten mit Silikonentfernern ebenfalls ein Tabu.
Welche Plastiksorten kann man lackieren?
Nicht alle Plastiksorten lassen sich gut lackieren. Weiche, verformbare Kunststoffteile haben den Nachteil, dass der Lack bei Verformungen wieder abplatzt. Zu diesen Plastiksorten zählen Weich-PVC und PET. Thermoplaste, Hart-PVC, Glasfaserverstärkter Kunststoff (GFK), Polystyrol (PS) und Makrolon hingegen lassen sich gut auch in Eigenregie lackieren.
Der richtige Raum
Kunststoffteile sollten am besten in einem Raum lackiert werden, in dem auch Raumtemperatur herrscht, also in etwa 18 bis 22 Grad Celsius. Wichtig ist ebenfalls, dass sich in diesem Raum möglichst wenig Staub befindet. Ein sauberer nicht zu kalter Keller in dem es sich hinterher gut lüften lässt, reicht in der Regel vollkommen aus.
Vorbereiten der Kunststoffteile auf die Lackierung
Zunächst einmal sollte der Kunststoff gründlich gesäubert werden. Dazu eignet sich Silikonentferner. Ist das zu lackierende Teil vollständig und gründlich gesäubert, wird der Kunststoff angeschliffen. Das kann sehr gut mit 320er oder 400er Schleifpapier geschehen. Wichtig ist, dass so lange geschliffen wird bis der alte Lack matt ist, sofern bereits ein Lack auf dem Kunststoff war. War der Kunststoff bisher unlackiert, sollte die Oberfläche lediglich rau sein und keine tieferen Kerben bekommen. Diese würde man später sehen.
Kunststoffteile grundieren
Jetzt kann die Grundierung aufgesprüht werden. Für beste Ergebnisse sollte man dafür Raumtemperatur haben. Hier sollte in Schichten gearbeitet werden, um keine Läufer zu erhalten. Zwei bis drei Schichten sollten genügen. Nach dem Auftragen sollte die Grundierung zwei bis drei Stunden trocknen. Ist die Grundierung gut durchgetrocknet, wird durch Anschleifen mit feinem Nassschleifpapier (600er oder 800er) der abgelagerte Sprühnebel entfern und die Grundierung gleichzeitig leicht angeschliffen. Es ist sehr wichtig, dass hier mit minimalem Druck und sehr vorsichtig gearbeitet wird, bis die Oberfläche ganz glatt erscheint und gleichmäßig matt aussieht. Nach dem Schliff müssen grundierte Kunststoffteile erneut mit Silikonentferner gereinigt werden.
Lackieren der Kunststoffteile
Jetzt kann auf das grundierte und gereinigte Teil der Lack aufgetragen werden. Auch hier sollte in Schichten gearbeitet werden, um Läufer zu vermeiden. Wichtig ist es dabei auf einen deckenden, gleichmäßigen Farbauftrag zu achten. Dies kann etwas Übung erfordern. Die Farbe sollte hierfür Raumtemperatur haben und auch bei Raumtemperatur zwei bis drei Stunden trocknen. Danach werden die lackierten Werkstücke erneut mit 800er Nassschleifpapier vorsichtig bearbeitet, um den abgesetzten Sprühnebel zu entfernen. Der Lack sollte jetzt vollkommen glatt sein. Nach dem erneuten Abwaschen mit Silikonentferner kann auf den noch matten Lack Klarlack aufgetragen werden.
Versiegeln mit Klarlack
Auch hier wird wieder bei Raumtemperatur gearbeitet. Der Klarlack wird in zwei bis drei Schichten auf die Kunststoffteile aufgetragen und sollte mindestens 24 Stunden trocknen. Anschließend kann noch poliert werden.