Kunsttherapie

Unterstützend zu den herkömmlichen Therapien kann auch eine Kunsttherapie eingesetzt werden. Diese hat positive Effekte auf Körper und Geist.


Verschiedene Studien haben gezeigt, dass neben den herkömmlichen Therapien auch Kunsttherapien oder Musiktherapien nach einem Schlaganfall erfolgreich eingesetzt werden können. Oft bewirken diese Behandlungen eine Steigerung von verlorengegangenen Funktionen, die mit konventionellen Methoden keine so großen Erfolge gebracht hätten.

Ziele der Kunstherapie und der Musiktherapie
Die Ziele solcher Therapien sind vielfältig. So soll der Patient wieder aktiv werden und ohne Zwang Hemmschwellen überwinden. Vor allem der Dialog zwischen Bewusstem und Unbewusstem soll angeregt werden. Ein Gespräch, dass unbedingt nötig ist, denn viele Schlaganfallpatienten leiden sehr unter ihrer Situation. Mithilfe von Malen, Zeichnen oder Gestalten ist es möglich, versteckte Emotionen ans Tageslicht zu bringen. Angstgefühle, Depressionen werden so aufs Papier oder die Leinwand gebracht. Musik hat zudem äußerst entspannende Wirkungen, sie beruhigt und baut Ängste ab. Innere Spannungen werden vermindert. Zudem verbessert sich das Gedächtnis, wenn die Melodien des Lieblingslieds erklingen und an bekannte Situationen erinnern. Künstlerisch tätig zu werden, verbessert die räumliche Orienterung und sorgt zudem für Erfolgserlebnisse.
Auch der Körper profitiert von dieser Form der Therapie. Muskelspannungen werden abgebaut, Spastiken vermindert. Wenn Patienten mit filigranen Pinseln und Stiften umgehen, wird ebenfalls die Feinmotorik geschult.

MUT
Vor allem das musikunterstützte Training (MUT) ist ein äußerst erfolgversprechender Ansatz, der neben Selbstbewusstsein auch Kontrolle über bisher gelähmte Körperteile zurückbringen kann. So kann ein Gangtraining beispielsweise mit einem rhythmisch-akustischen Zeitgeber oder musikalischer Stimulation unterstützt werden. Die Behandlungserfolge sind mit musikalischer Begleitung höher als ohne. Auch bei Sprachstörungen hat sich das aktive Musizieren als sehr hilfreich erwiesen. Eine weitere Methode, die sich Musiktherapeuten zunutze machen, ist die sogeannte MIT (musical intonation therapy). Es wurde beobachtet, dass viele Schlaganfall-Patienten, die ihre Sprache verloren haben, dennoch weiter Lieder mitsingen können. Da jeweils andere Hinrareale für das musikalische Empfinden und Tongebung als für die Sprache selbst verantwortlich sind, ist es möglich, dass zwar gesungen aber nicht gesprochen werden kann.