Kupferdach als Alternative zum herkömmlichen Dach?

Ein Kupferdach kann als Alternative zu einem herkömmlichen Dach gesehen werden, wenn es sich in der Planung als Vorteil erweist.


Im Dachbau wird Kupfer seit Jahrhunderten eingesetzt. Es beständig auch gegenüber aggressiven Umwelteinflüssen. Die Frage, ob ein Kupferdach eine Alternative zu anderen Dachmaterialen wie Zink, Ziegel, oder Kunststoff sein kann, ist letztlich eine Frage, die sich erst durch die Vergegenwärtigung bestimmter Aspekte im Zusammenhang eines Einzelfalles beantworten lässt.

 

 

Das Kupferdach und seine Merkmale

  • Dächer mit Kupferabdeckung gehören mit ihrer Farbe und Aussehen zu den ästhetisch anspruchsvollsten Lösungen im Dachbau. Es eignet sich wegen seiner Dehnbarkeit für komplizierte Aufgaben, wie Türme oder verwinkelten Dächern, wo es auf eine starke Verformung des Materials ankommt.
  • Ein Dach aus Kupfer wird als eine aus Einzelteilen zusammengesetzte Abdeckung aus Kupfertafeln, Blechen oder Scharen gebaut. Verwendet wird dazu eine besondere Sorte. Es wird ausschließlich ein Kupfer verwendet, das sauerstofffrei und phosphordeoxidierend ist und einen Reinheitsgrad von 99,9 Prozent Kupfer enthält (Kupfer DIN 1787). Damit wird gewährleistet, dass es ausgezeichnet verformbar ist und Verbindungstechnisch mit hohen Temperaturen verbaut werden kann.
  • Bei komplizierten Strukturen wird ein Kupfer gewählt, das eine hohe Weichheit hat (Cu-DHP R220). Bei flächigen Abdeckungen, Fassanden und Dachentwässerung nutz man weniger weiches Kupfer (Cu-DHP R240). Vom Gewicht her ist ein Kupferdach wegen der geringen Metalldicken von 0,6 bis 0,7 Millimeter ein Konstruktion mit wenig Gewicht. Zudem ist es wegen seines hohen Schmelzpunktes von über 1.000 Grad Celsius ein wirksamer Brandschutz.
  • Kupfer zeigt zudem ein auffälliges Verhalten an der Atmosphäre. Es bildet eine Patina, eine festhaftende und ungiftige Schutzschicht aus basischem Kupfersulfat, je nach atmosphärischer Bedingung. Diese Schutzschicht ermöglicht die Beständigkeit des Kupfers vor Korrosion und sie macht Kupfer unschädlich vor Regen oder Tauwasser. Die Patina nimmt im Verlauf der Zeit eine Braunfärbung an, die mit der Zeit dunkler wird. Bei geneigten Dachflächen verändert sich die Färbung bis zum Patinagrün weiter.

 

Abwägung Kupferdach oder herkömmliches Dach

  • Kupfer steht in Abwägung mit üblichen Materialien neben Zink und Glas als Möglichkeit der Dachdeckung. Die Eigenschaften eines Kupferdaches dürfen bei der Erwägung eines Dachbaus nicht im Nachteil liegen. Auch die Kosten sind in Betracht zu ziehen.
  • Alternativ ist ein Kupferdach erst dann, wenn der Spielraum an geeigneten Möglichkeiten ausgelotet ist und sich Kupfer als Material nicht ausschließt, und mit seinen Merkmalen in der Planung an Vorteil gewinnt.