Kupferrinnen löten: Tipps und Tricks

Für das Kupferrinnen löten gibt es drei Möglichkeiten, das Weichlöten, das Hartlöten und das Weichlöten mit Nietung.


Nach Montage von Rinnenhaltern und Dachrinnen beginnen die Arbeiten zum nahtlosen Verbund, das Löten. Für das Kupferrinnen löten gibt es drei verschiedenen Möglichkeiten. Diese Möglichkeiten sind das Weichlöten, das Hartlöten und das Weichlöten mit Nietung. Beim Hart-oder Weichlöten sollte die Lötnahtüberdeckung zehn Millimeter betragen und 30 Millimeter beim Weichlöten mit Nietung. Eine maximale Spaltfüllung des Lötspaltes liegt bei 0,5 Millimeter und darf nicht überschritten werden, damit eine hohe Nahtfestigkeit erreicht wird.

Flussmittel, Lote und Wärmequelle, die für das Kupferrinnen löten zu verwenden sind

  • Grundsätzlich sollen nur Flussmittel zum Kupferrinnen löten verwendet werden, die der vorgeschriebenen Norm DIN EN 29454-1 entsprechen. Nach dem Abschluss der Lötvorgänge sind die Flussmittelreste zu entfernen. Im Falle von Hartlotverbindungen ist auf Flussmittel ganz zu verzichten. Für jede Lötmethode gibt es unterschiedlich vorgeschriebene zu benutzende Lote.
  • Bei der zusätzlichen Nietung ist ein Blei-Zinn-Weichlot mit 40 Prozent Zinn zu empfehlen. Dies gilt nach der Norm DIN EN 29453 – S Pb Sn 40 (Sb). Ein antimonfreier Zinn-Kupfer-Weichlot mit 3 Prozent Kupfer ist nach DIN EN 29453 – S Sn Cu 3 bei keiner zusätzlichen Nietung zu verwenden. Für Hartlotverbindungen soll ein Kupfer-Silber-Phosphor-Lot mit 2 Prozent Ag (Silber) oder ein Kupfer-Phosphor-Lot mit 6 Prozent P (Phosphor) eingesetzt werden, gemäß DIN EN 1044-B.
  • Auch die Wärmequellen variieren bei den unterschiedlichen Lötmethoden. Ein Gewicht zwischen 350 und 500 Gramm soll der Lötkolben für das Weichlöten besitzen. Beim Hartlöten besteht die Wahl zwischen einem Propan-Sauerstoff-Brenner oder einem Acetylen-Sauerstoff-Brenner. Beim Hartlöten entstehen hohe Temperaturen, die in Zusammenhang mit der Unterkonstruktion Schwelbrandgefahr und Staubverpuffungen auslösen können.

Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für ein verständliches Kupferrinnen löten

  • Voraussetzung ist eine bereits angebrachte Kupferrinne, die vorschriftsgemäß vom Tiefpunkt zum Hochpunkt verlegt wurde. Somit ist eine Überlappung gegeben, die mit der Fließrichtung des abzulaufenden Wassers übereinstimmt. Eine Überlappung der Kupferrinnen von einem Zentimeter reicht aus. Ein optimaler Lötspalt ist vorhanden, wenn die sich überlappenden Kupferrinnen exakt aufeinander liegen.
  • Ist zwischen der Kupferrinne und dem Rinnenhalter kein Spalt mehr zu sehen, so ist die Rinne optimal verlegt. Nun muss die Lötnaht mit dem entsprechenden Flussmittel eingepinselt werden. Wichtig ist, dass auch der gesamte Lötspalt durch das Flussmittel bedeckt ist. Die Rinnen werden an der Wulst, im Wasserlauf und an der hinteren Wasserkante zusammengeheftet. Die Lötrichtung läuft von der Wulst zum Wasserlauf und von der hinteren Wasserkante zum Wasserlauf. Die Lötnaht soll sich zu zwei Drittel auf den überlappenden Rinnen befinden, damit genügend Hitze in den Lötspalt gelangt. Nach dem Kupferinnen Löten sind nur noch die Nähte zu reinigen.