Kupfersulfat gegen Strahlfäule - ein Erfahrungsbericht

Die Behandlung mit Strahlfäule am Huf macht sich durch schmierigen schwarzen Belag, unangenehmen Geruch und einen aufgeweichten Strahl mit oft fransigen Rändern und tiefen Strahlfurchen bemerkbar.


Ausgelöst wird Strahlfäule meist durch eine bakterielle Infektion des Hufhorns zu der in manchen Fällen zusätzlich eine Pilzinfektion kommt. Mangelnde Hygiene im Stall, schlecht gemistete, feuchte Boxen oder schlammige, unregelmäßig abgeäppelte Paddocks lösen diesen Prozess aus oder begünstigen ihn stark.
Wird Strahlfäule nicht behandelt, kann die Infektion immer weiter ins Innere des Hufes vordringen bis sie durchblutetes Gewebe erreicht. Hier kann es dann zu einer Sepsis kommen, an der das Pferd durchaus sterben kann.

Strahlfäule behandeln
Wichtig ist es, dass möglichst sofort nach dem Bemerken der Fäule eine Behandlung einsetzt um es gar nicht erst zu einem Ausufern der betroffenen Gebiete kommen zu lassen.
Hier ist zunächst der Hufschmied gefragt der verfaulte Hornteile entfernt und den Huf sauber ausschneidet. Beseitigt das die Strahlfäule noch nicht, müssen die verbleibenden infizierten Hornteile mit einem Desinfektionsmittel behandelt werden. Kupfersulfat gegen Strahlfäule ist hierfür ein probates Mittel genauso wie Iodoformether. Mildere Fälle lassen sich auch einfach mit Blauspray behandeln.
Tiefe Furchen sollten zusätzlich zur Desinfektion mit einer Tamponade aus Watte oder Verbandmull versehen werden. Diese muss mindestens einmal am Tag gewechselt werden und das Pferd sollte damit unbedingt trocken stehen.

Kupfersulfatlösung herstellen
Besonders gut wirkt Kupfersulfat gegen Strahlfäule. Es wirkt stark austrocknend und desinfizierend, ist allerdings beim Verschlucken giftig für Mensch und Tier und sollte somit mit Vorsicht gehandhabt werden. Damit getränkte Watte oder anderes Tamponagematerial darf nicht einfach auf dem Misthaufen entsorgt werden.
Kupfersulfat gegen Strahlfäule ist relativ einfach anzuwenden. In der Regel benötigt man eine gesättigte Lösung. Um diese herzustellen gibt man einfach so viel Kupfersulfat in eine Flasche mit Wasser, bis sich kein weiteres Kupfersulfat mehr im Wasser löst und einige Kristalle am Boden verbleiben. Man sollte, um nicht zu viel Kupfersulfat zu verbrauchen hier mit geringen Mengen an Wasser starten. Kupfersulfatlösung auf der Hand ist nicht fürchterlich, sollte aber möglichst umgehend mit viel Wasser abgewaschen werden, da sie leicht ätzend wirkt.

Kupfersulfat gegen Strahlfäule anwenden
Zunächst muss nun der Huf gründlich mit dem Hufkratzer gereinigt werden. Dabei ist darauf zu achten, dass auch tief in der Strahlfurche sitzender Dreck erfasst wird. Danach empfiehlt es sich, den Huf mit Wasser und etwas Seife – Kernseife eignet sich hier sehr gut – gründlich gewaschen aber nicht eingeweicht.
Um nun das Kupfersulfat gegen Strahlfäule anzuwenden wird am besten ein Kosmetikwattebausch mit der gesättigten Lösung getränkt und tief in die befallene Strahlfurche hineingedrückt. Ist die Furche damit noch nicht ausgefüllt kann ein zweiter Wattebausch verwendet werden.
Die Watte muss unbedingt mindestens einmal täglich gewechselt werden. Mit der Zeit schließt sich die Spalte durch nachwachsendes gesundes Horn. Eine Tamponage ist dann überflüssig, wenn die Strahlfurche soweit wieder zugewachsen ist, dass die Watte nicht mehr hineinpasst.

Alternative Mittel
Außer Kupfersulfat gegen Strahlfäule lassen sich noch andere Mittel gut verwenden. Iodoformether zum Beispiel wurde bereits genannt. Hier ist bei der Handhabung darauf zu achten, dass unbedingt Handschuhe getragen werden, da Iodoformether stark ätzend wirkt. Ebenfalls ist er leicht brennbar. Iodhaltige Gele wie zum Beispiel JoDoGel sind leichter zu handhaben und ungefährlicher in der Anwendung, erreichen aber tiefe Stellen nicht so gut wie eine mit Iodoformether getränkte Tamponage.
Auf jeden Fall zu beachten ist folgendes: Bekommt man die Strahlfäule selbst nicht innerhalb von vier Wochen in den Griff ist unbedingt ein Tierarzt hinzuzuziehen der teils wirksamere Mittel verschreiben kann.