Kurischen Nehrung - Die Sahara Litauens

Auf der Kurischen Nehrung findet man eine der großartigsten Landschaften Europas, die bereits im Jahre 2000 von der Unesco als Weltkulturerbe anerkannt wurde


Auf der Kurischen Nehrung finden sich mit bis zu 80 Meter Höhe die größten Binnendünen des Kontinents
Die Kurische Nehrung gehört heute teils zum russischen Oblast Kaliningrad (Königsberg), teils zu Lettland. Die fast hundert Kilometer lange Landzunge wird bis zu vier Kilometer breit. Ihren Namen hat sie nach der historischen Bezeichnung Kurland des Deutschen Ritterordens für die Region zwischen dem eigentlichen Ordensland und der Düna. Der teils hügelige, teils sandige und sumpfige Landstreifen wurde vom lettischen Stamm der Kuren bewohnt, Die wurden vom Orden im 13. Jahrhundert unterworfen und christianisiert. Seit dem Nordischen Krieg zu Beginn des 18. Jahrhunderts war Kurland ein Teil Russlands und genoss mit den anderen Ostseeprovinzen besondere Rechte.

Die Kurische Nehrung ist heute Landschaftsschutzgebiet

Die Staatsgrenze zwischen Russland und Lettland läuft quer über die Landzunge der Kurischen Nehrung und ist heute EU-Außengrenze. Das macht sie fast unpassierbar. Der einzige offizielle Übergang ist die – heute wieder so geheißene – Königin-Luise-Brücke in Tilsit. Der Zugang zum lettischen Landschaftsschutzgebiet ist mautpflichtig. Die Landzunge trennt das rund 1.600 Quadratkilometer große Kurische Haff von der Ostsee. Der bis zu zehn Meter tiefe Strandsee ist über das Memeler Tief mit dieser verbunden.

Die Binnendünen haben über Jahrhunderte die Siedlungen bedroht
Die Siedlungen auf der Kurischen Nehrung sind über Jahrhunderte hinweg von den wandernden Dünen bedroht worden. Erst im 19. Jahrhundert ist es der preußischen Verwaltung gelungen, die Wanderdünen durch das Pflanzen von Kiefern, Strandhafer und Thymian zu festigen. Von den Siedlungen auf der Kurischen Nehrung hat seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts Nidden – lettisch Nida – als Künstlerdorf einen überregionalen Ruf erlangt. Dort hat sich Anfang der Dreißiger Jahre des vorigen Jahrhunderts Thomas Mann mit dem Geld des Nobelpreises ein Haus erbaut, das heute Museum ist. Überhaupt spielt der Tourismus auf der Kurischen Nehrung auch heute wieder eine bedeutende Rolle. Dessen Zentrum ist das schon außerhalb der Nehrung liegende Palanga – deutsch Polangen. Das ist bereits zur Zeit der Sowjetrepublik für den staatlich gelenkten Tourismus ausgebaut worden, was nach der Unabhängigkeit Lettlands Grundlage der Entwicklung geworden ist.