Kurkuma gegen Krebs: ein neues Heilmittel?

Kurkuma gegen Krebs gilt als vielversprechend bei vielen Krebsformen, wirkt auch unterstützend bei Chemotherapien


Kurkuma ist ein vor allem im asiatischen Raum verwendetes, gelbes Gewürzpulver aus einer gemahlenen, getrockneten Wurzel. Traditionell wird es oft bei Beschwerden im Verdauungstrakt angewandt. Ein Hauptwirkstoff ist das zu ungefähr 3% enthaltene Curcumin, das seit über zehn Jahren verschiedensten Studien unterzogen wird, darunter auch seine Wirksamkeit gegen Tumorzellen. Kurkuma gegen Krebs wird als vielversprechend angesehen.

Die neuesten Studien
Kurkuma gegen Krebs ist mittlerweile von Grund auf untersucht worden: Der Hauptwirkstoff Curcumin wurde sowohl "in vitro", also im Reagenzglas, als auch "in vivo", also am Lebenden, hier bei Experimenten an Nagetieren, gegen viele Krebsarten getestet. Darunter fallen Lungenkrebs, Darmkrebs, Gebärmutterhalskrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs, bisher unheilbarer Krebs der Gallengänge, Brustkrebs, Prostatakrebs, Leukämie, schwarzer Hautkrebs. Es besteht kein Zweifel an seiner Wirksamkeit gegen das Wachstum von Krebszellen. Curcumin erfüllt dabei alle Anforderungen an ein gutes Krebsheilmittel: Es hat keine Nebenwirkungen und wirkt auf vielen verschiedenen Wegen, macht beispielsweise die Wände von Tumorzellen weniger durchlässig, behindert die Bildung von Tumorüberlebensproteinen und Substanzen, die den Tumor aktivieren, fördert den Tod der Tumorzellen, macht sie für tödliche Substanzen angreifbarer und für radioaktive Bestrahlung sensibler. Krebszellen können gegen Curcumin nicht immun oder resistent werden. Dabei bleiben die gesunden Zellen unangetastet.

Der lange Weg zum Einsatz beim Menschen
Die in den Studien nachgewiesene Wirksamkeit ist von der zellularen Ebene nicht einfach auf den Menschen übertragbar, beispielsweise weil Dosierungen verwendet wurden, die der Mensch im Darm kaum aufnehmen kann, unter anderem, weil Curcumin ein großes Molekül und nicht wasserlöslich ist. Deshalb werden mittlerweile Trägersubstanzen und Mikropartikel getestet, an die Curcumin gebunden ist, um die Aufnahme in den menschlichen Körper zu verbessern. Es werden auch Implantate entwickelt, die es gleichmäßig im Körper abgeben sollen. Bevor Kurkuma gegen Krebs verantwortungsvoll am Menschen eingesetzt werden kann, fehlen noch viele erforderliche klinische Studien. Die bislang erste zur präventiven Wirksamkeit von Curcumin zeigte eine signifikante Wirkung gegen Darmkrebsvorstufen bei Rauchern. Zusätzlich unterstützt Curcumin einige Chemotherapeutika. Acht Gramm Curcumin oder 100 Gramm Kurkuma täglich gelten als unbedenklich. Das niedrigere Vorkommen bestimmter Krebsarten in Indien kann aber allenfalls auf lebenslangen Verzehr zurückgeführt werden