Kurreisen - Was übernimmt die Krankenkasse

Wer in Deutschland Kurreisen beantragen will, muss sich merken, dass es sich hierbei im Normalfall um eine Rehabilitationsmaßnahme im Sinne des Sozialgesetzbuches handelt.


Für die Rehabilitationsmaßnahmen sind neben den Krankenkassen die Träger der Rentenversicherung zuständig, unter Umständen auch die Arbeitsverwaltung. Nur die Beihilfevorschriften für Beamte sprechen noch von „Kurreisen“.

Kurreisen als Rehabilitationsmaßnahmen

  • Kurreisen als Rehabilitationsmaßnahmen werden nur gewährt, wenn die ambulante Therapie erfolglos geblieben ist. Voraussetzung ist im Übrigen, dass seit den letzten Kurreisen mindestens vier Jahre vergangen sein muss. Der Arzt muss eine solche Rehabilitationsmaßnahme für dringend halten und eine ausführliche medizinische Begründung geben. Insbesondere auch dafür, dass nur klassische Kuranwendungen wie Bäder, Massagen oder Trinkkuren die Gesundheit wiederherstellen oder sichern können.
  • Weil sich das im Zeitalter der sich überschlagenden Gesundheitsreformen auch kaum mehr wissenschaftlich gesichert behaupten lässt, werden derartige Rehabilitationsmaßnahmen auch fast nur noch von den Trägern der Rentenversicherung gewährt. Und dies in ihren Kurkrankenhäusern.
  • So genannte freie Badekuren gibt es schon lange nicht mehr. Wer sie einst angeboten hat, setzt heute auf „Medical Wellness“. Und die muss der Kurgast selbst bezahlen. Aber der kann sich dann aussuchen, womit er seiner Gesundheit dienen will. Sonst aber steht die Wiederherstellung oder Sicherung der Arbeitsfähigkeit im Mittelpunkt aller Rehabilitationsmaßnahmen.

Die Krankenkassen leisten zu Kurreisen nur Zuschüsse

  • Die Krankenkassen leisten zu einer solchen Maßnahme nur Zuschüsse. Der Kurende muss zu Medikamenten, Anwendungen und möglichen Kurmitteln den üblichen Eigenanteil leisten – außerdem pro Tag den gesetzlichen Eigenanteil von zehn Euro. Die Maßnahme wird im Normalfall für 21 Tage bewilligt.
  • Soweit die Rentenversicherung hier Träger ist, gibt es aber Ausnahmen. Wie überhaupt der Patient gut daran tut, sich von seiner Rentenversicherung in ein entsprechendes Spezialkrankenhaus einweisen zu lassen.

Sonderfall der Anschlussheilbehandlung als Kurreisen

  • Ein Sonderfall ist die Anschlussheilbehandlung nach einem Krankenhausaufenthalt. Sie wird umgangssprachlich meist als „Reha“ bezeichnet und wird besonders nach Operationen gewährt. Sie muss sich an den Krankenhausaufenthalt spätestens nach zwei Wochen anschließen. Hier gilt auch nicht die 21-Tage-Grenze.
  • Da im Normalfall die Höchstbeträge für Zuzahlungen beim stationären Aufenthalt schon ausgeschöpft sind, ist auch hier nichts zu zahlen.