Langzeit-EKG: Herz-Unregelmäßigkeiten im Alltag aufdecken

Das Langzeit-EKG misst die Aktivität des Herzens über eine Spanne von 24 Stunden.


Das Beobachten einer Herzspannungskurve, in der Regel über 24, aber mindestens über 18 Stunden, wird in der Medizin als Langzeit-EKG bezeichnet. Dies Erfindung geht auf den US-amerikanischen Biophysiker Norman J. Holter zurück und wird aus diesem Grund auch Holter-EKG genannt. Das Verfahren ist ein besonderes; im Gegensatz zum Ruhe-EKG, das nur eine Momentaufnahme der Herzaktivität möglich macht, kann das Langzeit-EKG tageszeitliche Schwankungen feststellen. Im Allgemeinen aber zeichnet es, wie das Ruhe-EKG auch, die elektrische Aktivität des Herzens durch auf der Haut angebrachte Elektronen auf. Die elektrische Aktivität zeigt sich in Spannungskurven, die mithilfe eines Monitors oder eines Schreibers sichtbar gemacht werden.

Vorgang
Bei einem Langzeit-EKG werden dem Betroffenen drei bis sechs Elektronen auf dem Brustkorb angebracht, die die Herzaktivität über mindestens 18 Stunden ununterbrochen messen sollen. Wichtig ist, dass der Patient seinen gewohnten Tätigkeiten nachgeht, damit das EKG-Gerät, das der Betroffene als Festplattenspeicher immer bei sich tragen muss, jede noch so kleine Unregelmäßigkeit des Herzens im Alltag aufzeichnen kann. Hierzu sollte der Patient auch genau seinen Tag und die Uhrzeit dokumentieren, um Unregelmäßigkeiten des Herzens damit in Verbindung bringen zu können. Der Festplattenspeicher ist in etwa so klein wie ein Walkman und kann problemlos am Gürtel oder in der Tasche getragen werden. Das EKG-Gerät kann somit in einem Zeitraum von 24 Stunden bis zu 100.000 Herzschläge unter normalen Bedingungen aufzeichnen. Die Auswertung erfolgt mithilfe der Aufzeichnungen im Anschluss von einem Arzt mit Hilfe eines Computers.

Einsatzgebiete
Das Langzeit-EKG wird vor allem zur Erkennung und Quantifizierung von Herzrhythmusstörungen bei Patienten erhoben, bei denen bereits eine Herzerkrankung festgestellt wurde. Zudem ist die Methode auch bei Patienten mit Symptomen wie Herzrasen und -stolpern sowie Schwindelattacken, Ohnmachtsanfällen und vorübergehenden Lähmungserscheinungen anzuwenden, da diese in der Regel durch Rhythmusstörungen ausgelöst zu werden, was zu es untersuchen gilt. Weiterhin eignet sich das Langzeit-EKG für Patienten, die unter Vorhofflimmern oder Vorhofflattern leiden, da Herzrhythmusstörungen aufgedeckt werden können, die vor allem in der Nacht nicht von den Betroffenen registriert werden. Auch nach einem Herzinfarkt können unbemerkt Rhythmusstörungen auftreten, die lebensbedrohlich sind. Mit einem Langzeit-EKG werden diese jedoch erkannt; eine Behandlung kann erfolgen.
Treten die Symptome jedoch nur vereinzelt auf und nicht täglich, kann auch kein Langzeit-EKG einen Befund bringen.
Risiken

Keine Risiken
Das Langzeit-EKG ist risikolos, wird jedoch von einigen Menschen in den ersten Stunden und vor allem über Nacht durch die Elektronen und Verkabelung als äußerst unangenehm und einschränkend empfunden. Zudem besteht die Gefahr, dass sich einige Messelektronen ablösen und somit die Aufzeichnung unterbrechen.