Lavaerde: Das Multitalent in der Körperpflege

Zur Pflege von Haut und Haaren ist Lavaerde schon seit dem Altertum bekannt und hat nun seit Ende des 20. Jahrhunderts auch den Weg in das westliche Europa gefunden.


Lavaerde hat nichts mit Lava zu tun. Der Begriff kommt vom lateinischen „lavare“ für waschen. Die gleiche Bedeutung haben die arabischen Bezeichnungen Rhassoul oder Ghassoul. Diese Sorte Tonerde kommt ausschließlich im marokkanischen Atlasgebirge vor und wird seit Jahrhunderten von der Bevölkerung unter Tage abgebaut und zur Pflege genutzt. Das marokkanische Königshaus beispielsweise besitzt private Abbaugebiete und pflegt sich ausschließlich mit dieser Erde.

Zusammensetzung und Wirkung der Lavaerde
Diese Erde besteht zum größten Teil aus 60 bis 70 Millionen alten Tonablagerungen. Sie enthält sehr viele Mineralien, wie Beispiel Silizium, Magnesium, Kalzium, Kalium, Eisen und Natrium. Trotz der Sanftheit zur Haut hat sie eine enorme Wasch- und Pflegewirkung. Dies liegt daran, dass die Erde den Säureschutzmantel der Haut in keinster Weise angreift und gleichzeitig die Fähigkeit hat Fett- und Schmutzpartikel zu binden. Die oberste Hautschicht wird nicht, wie bei tensidhaltigen Shampoos und Duschgels, aufgeschwemmt und auf Dauer aus dem Gleichgewicht gebracht. Es wirkt allein mechanisch durch den Abrieb.

Eine Entlastung für die Haut und Haar
Der hohe Mineraliengehalt sorgt beim Haar für Glanz, Fülle und Griffigkeit. Dadurch, dass es den Säureschutzmantel der Kopfhaut nicht stört, verhindert es eine schnelle Rückfettung. Menschen mit Problemhaaren, wie schnell fettender oder schuppiger Kopfhaut, können durch eine konsequente Anwendung ihre Haut und Haare wieder ins Gleichgewicht bringen. Denn sehr oft sind diese Erscheinungen eine Folge zu häufiger Haarwäsche mit chemischen Shampoos. Die Haare selbst werden geschont, da Lavaerde die Schuppenschicht nicht öffnet, wie es bei konventionellen Produkten der Fall ist. Somit ist keine Nachbehandlung mit Conditioner nötig. Grundsätzlich müssen die Haare schließlich seltener gewaschen werden.
Lavaerde hat eine ebenso positive Wirkung auf die Haut am ganzen Körper. Sie wirkt peelend und macht die Haut glatt und geschmeidig ohne auszutrocknen. So ist ein häufiges Nachcremen nicht mehr nötig.

Anwendung
Lavaerde kann man in reiner Pulverform kaufen. Dieses muss mit Wasser angerührt werden, sodass ein geschmeidiger Brei entsteht. Das Verhältnis wählt man je nach gewünschter Konsistenz. Anschließend verteilt man es auf der nassen oder feuchten Haut und reibt es ein. Für die Haarwäsche massiert man damit ebenfalls nur die Kopfhaut, da die Haare beim Ausspülen genug gepflegt werden. Es ist erst etwas ungewohnt, weil es nicht schäumt. Wenn man sehr trockene Haut hat, empfiehlt es sich, einige Tropfen Öl, zum Beispiel Mandelöl, zu dem Brei dazuzugeben. Leider wird die Anwendung bei chemisch gefärbtem Haar manchmal problematisch, da es dies eher austrocknet.
Außer in Pulverform, kann man es auch fertig gemischt als naturkosmetisches Shampoo kaufen, wobei hier wieder weitere Pflegestoffe zugesetzt sind.