Leben in der Kommune: Gemeinsam stark

Das Leben in der Kommune unterscheidet sich heute sehr von ihren Anfängen in den 1960er Jahren.


Die Kommune I ist weltberühmt – ihre Bewohner verbanden politische Ideen mit einer lockeren Sexualmoral. Zusammen wollten Sie einen Gegenentwurf bilden zu all den bürgerlichen, konservativen Kleinfamilien der 1960er Jahre. Auch heute noch gibt es die ein oder andere Kommune in Deutschland, die sich meist auf die Ideologie der 68er-Generation bezieht. So geht es beim Leben in der Kommune um ein gemeinschaftliches Zusammenleben, das gleichzeitig Platz für individuelle Entfaltung lässt. Anders als in der klassischen Familie gibt es in der Kommune keine Hierarchien, zusammen mit der Gruppe werden die verschiedenen Entscheidungen im Konsens getroffen. Wohnen Kinder in der Kommune, betrachten sich meist alle Erwachsenen für sie verantwortlich.

Oft ideologisch motiviert

  • Meist eint die Kommunarden die gleiche Einstellung, zum Beispiel der Wunsch ein ökologisch bewusstes Leben zu führen und Konsumgewohnheiten zu hinterfragen. In einer „klassischen“ Kommune gibt es außerdem eine gemeinsame Kasse: Alle Einnahmen fließen in die Kasse, alle gemeinsamen Ausgaben werden gemeinsam bezahlt, auch einzelne Ausgaben werden daraus finanziert. Dahinter steht der Gedanke, soziale Unterschiede innerhalb der Gruppe durch Teilen auszugleichen. So versuchen die Kommunarden ein Zeichen gegen die zunehmende Vereinzelung der Gesellschaft zu setzen.

Leben in der Kommune: Gemeinsamkeit über alles

  • Nicht nur das Geld wird in einer typischen Kommune geteilt. Meist teilt man sich auch einige Räume, zum Beispiel eine gemeinsame Küche, einen Gemeinschaftsraum und Garten und eventuell auch ein gemeinsames Badezimmer. Meist wird reihum gekocht, sodass jeder mal dran ist. Oft wird gesteigerter Wert auf ökologische Produkte, beziehungsweise eine vegetarische oder vegane Ernährung gelegt. 

Kommune light

  • Neben der klassischen Kommune finden sich heute immer mehr Menschen, insbesondere Familien, die sich ebenfalls bewusst entschieden haben, gemeinsam zu leben, beispielsweise in einer Hausgemeinschaft. Die Ideologie ist hier Nebensache, stattdessen geht es darum, trotz eigener Bereiche, gemeinschaftlich zu leben. So kann zum Beispiel jeder seine eigene Wohnung oder zumindest seinen eigenen Bereich haben, als Gruppe teilt man sich aber beispielsweise dennoch eine Küche, ein Wohnzimmer oder einen Garten. 
  • Diese Form des Zusammenlebens bietet mehr Freiraum, vereint aber doch einige Vorteile der Wohngemeinschaft. So ist immer jemand da, wenn man mal jemanden zum Reden braucht oder dringend einen Babysitter benötigt. Auch wenn generell getrennte Kassen bestehen, teilt man sich doch die Miete und die Lebenshaltungskosten.