Die Krankheit akzeptieren
Die Diagnose Alzheimer ist ein schwerer Schicksalsschlag für den Patienten und die Angehörigen. Verleugnung ist in den meisten Fällen die erste Reaktion darauf. Die Betroffenen können nicht glauben, dass sie krank sind. Sie fühlen sich ja auch nicht so. Obwohl sie hie und da etwas vergessen, stellt das doch eine ganz normale Alterserscheinung dar und ist kein Anlass zur Sorge. Es ist allerdings wichtig, dass die Dementen die Krankheit akzeptieren, um so schnell wie möglich Therapien beginnen zu können und zu Lwie das Leben mit Alzheimer funktioniert. Wenn die Patienten ihre Demenzerkrankung angenommen haben, reagieren viele mit Angst. Sie fürchten sich davor, ihren Verstand zu verlieren und in der Gesellschaft nicht mehr ernst genommen zu werden. Sie schämen sich für die Krankheit und wollen Angehörigen und Freunden nichts von der Erkrankung erzählen. Sie sehen Alzheimer oft als persönliche Schwäche an, die ihnen peinlich ist. Dies ist aber der falsche Weg, mit der Krankheit umzugehen. Die Betroffenen sollten sich nicht scheuen, Hilfe zu suchen. Sie sind nicht schuld an ihrem Zustand und können und sollten nicht dagegen ankämpfen. Die Patienten werden Unterstützung brauchen, um mit der Demenz zu leben, denn der Alltag wird sich drastisch ändern, da die geistigen Leistungen immer weiter abnehmen.
Der Alltag
Kennen Sie das auch: Sie gehen aus dem Haus und haben schon wieder vergessen den Schlüssel mitzunehmen? Das ist sicher jedem von uns schon einmal passiert. Bei Alzheimer-Patienten hingegen bekommen solche kleinen Vergesslichkeiten eine große Bedeutung. Am nächsten Tag vergessen die Betroffenen beispielsweise, warum sie in den Supermarkt gefahren sind und sie die Fenster der Wohnung offen gelassen haben. Kurz danach wird der Herd nicht abgestellt. Immer wichtigere Dinge entfallen ihnen in immer kürzer werdenden Abständen. Der Betroffene bekommt zu hören, dass er drei Mal an eine wichtige Verabredung erinnert wurde und dann doch nicht erschienen ist. Gesprächen zu folgen wird immer schwieriger, besonders, wenn mehrere Leute daran beteiligt sind. Eines Tages hat er vergessen, die Schuhe anzuziehen, bevor er aus dem Haus gegangen ist oder ist sich nicht mehr sicher, ob man nun zuerst das T-Shirt oder den Pullover anziehen muss. Das Autofahren wird zu einer Herausforderung und auf dem Weg zum Supermarkt verfährt sich der Patient. Viele der Betroffenen merken, dass etwas nicht stimmt. Zugeben oder sich selbst gegenüber eingestehen wollen sie es aber zunächst nicht. Ist die Krankheit weiter fortgeschritten, kommt man aber nicht umhin, es sich und anderen einzugestehen. Die Symptome werden immer stärker und schließlich können die Betroffenen ihr Leben nicht mehr alleine meistern.
Das Leben anpassen
Die Diagnose Alzheimer bedeutet nicht sofortige Hilfslosigkeit. Eine Weile können die meisten Erkrankten ihr Leben noch sehr gut alleine bewältigen. Dafür sind allerdings einige Änderungen in Kauf zu nehmen. Die Betroffenen dürfen sich nur das zumuten, was ihre Krankheit noch zulässt. Auf diese Weise können sie Frust und Stress vermeiden und relativ gut das Leben mit Alzheimer meistern. Wer angespannt ist, macht noch mehr Fehler, daher sollten nervliche Belastungen umgangen werden. Dazu gehört auch, lang geliebte Hobbys aufgeben zu müssen. Können die Erkrankten kein Tennis mehr spielen, sollten sie zum Beispiel joggen gehen. Aktiv bleiben ist wichtig. Betroffene müssen sich neue Aufgaben suchen, die zu bewältigen sind. Malen und Musizieren sind beispielsweise Hobbys, die noch lange betrieben werden können.
Um nicht allzu viel zu vergessen, können in der Anfangszeit Notizzettel, Pinnwände oder große Kalender verwendet werden. Dort werden alle wichtigen Termine, Aufgaben, Ort, Zeit und Datum eingetragen. Man sollte sich auch Listen mit zu erledigenden Aufgaben anlegen. Ein Beispiel: Eine Liste auf der steht, was man vor dem Verlassen der Wohnung zu beachten hat (Fenster schließen, Herd ausschalten). Jeder Schritt wird abgehakt, wenn er ausgeführt wurde. Schlüssel, Geldbörse und Papiere sollten immer an denselben Ort gelegt werden. Auch dieser Ort kann in eine Liste geschrieben werden. Diese Hilfen können mit fortschreitender Demenz allerdings nicht mehr verwendet werden, da die Betroffenen schnell überfordert sind.