Leben mit körperlicher Behinderung

Der Bewältigungsprozess bei einem Leben mit körperlicher Behinderung ist bei den meisten Betroffenen recht langwierig.


Wenn eine Diagnose oder ein Unfall das ganze Leben verändern, ist es für den betroffenen Menschen sehr schwierig, mit der Behinderung umzugehen und mit den Beeinträchtigungen leben zu lernen. Auch Menschen, die mit einer körperlichen Behinderung auf die Welt kommen, durchlaufen einen Bewältigungsprozess, in dem sie beginnen, die Diagnose anzunehmen. Der Bewältigungsprozess bei einem Leben mit körperlicher Behinderung läuft in verschiedenen Phasen ab: Verleugnung, Wut und Akzeptanz.

Behinderung ignorieren
Zuerst will man die Diagnose nicht wahrhaben und versucht so weiterzuleben wie bisher. Im Freundeskreis oder im Gespräch mit der Familie wird die Diagnose verschwiegen oder verleugnet, Wenn andere darüber reden wollen, wird schnell abgeblockt. Medikamente, falls vorhanden, werden nur unregelmäßig oder gar nicht eingenommen.

Trauer und Wut
Doch irgendwann wird einem die Behinderung bewusst – doch man kann sie noch nicht akzeptieren, sondern reagiert mit Trauer, Wut und einem allgemeinen Gefühl der Hoffnungslosigkeit. Die Gedanken lassen einen nicht los, wie sehr die Behinderung Einfluss auf den Alltag haben wird. Selbstvorwürfe und Minderwertigkeitsgefühle sind nun typisch.

Akzeptanz
Doch irgendwann und ganz langsam beginnt man sich mit dem Gedanken abzufinden, körperlich behindert zu sein. Natürlich gibt es dennoch weiterhin die Sehnsucht, nach einem ganz „normalen“ Leben, auch Gefühle wie Traurigkeit oder Unzufriedenheit verschwinden nicht für immer aus dem Leben. Allerdings ist der Alltag nun nicht mehr von Verzweiflung geprägt, man beginnt sein Leben auf die Behinderung auszurichten.

Sich das Leben erleichtern
Niemand ist mit seinem Schicksal ganz allein. Selbsthilfegruppen bieten die Möglichkeit, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen. Informationen über eine passende Selbsthilfegruppe in Ihrer Nähe gibt es bei der Nationalen Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen (NAKOS). Hier findet man Tipps zu Ärzten, Medikamenten aber auch zu Alltagsfragen. In einer Selbsthilfegruppe lernt man zudem seine Behinderung anzunehmen und seinen Körper nicht als Feind zu betrachten. Denn Selbsthass wirkt sich negativ auf unseren Körper aus.

Leben umgestalten
Versuchen Sie sich außerdem, positive Vorbilder zu suchen, die ihr Leben mit Behinderung meistern. Vielleicht birgt das Leben mit körperlicher Behinderung sogar Chancen? Die Behinderung kann dem Leben sogar einen ganz neuen Sinn geben. Vielleicht merkt man, dass man anderen Betroffenen ehrenamtlich helfen will oder dass man im Job kürzertreten will, um so mehr Zeit für sich zu haben.