Lebensmittel Farbstoffe - Nachahmung von Naturfarben

Lebensmittel Farbstoffe sollen Nahrung für den Verbraucher interessanter machen. Gemäß dem Spruch \"das Auge isst mit\" stellen Sie speziell für Kinder in Süssigkeiten eine Verlockung dar.


Lebensmittel Farbstoffe werden in der Lebensmittelindustrie eingesetzt, um Produkte optisch möglichst ansprechend zu präsentieren. Verarbeitungsbedingte Farbverluste sollen so ausgeglichen und dem Verbraucher eine Qualität vorgespielt werden, die unter Umständen nicht vorhanden ist. Erst seit 1993 existiert in der Europäischen Union eine weitgehend einheitliche Gesetzgebung über die Verwendung von Farbstoffen in Nahrungsmitteln.

Farbstoffarten und ihre Herstellung
Farbstoffe werden in natürliche, naturidentische sowie künstliche Farbstoffe unterschieden. Die natürlichen Farbstoffe werden aus Pflanzen, beispielsweise aus Tomaten, Spinat oder Paprika hergestellt. Farbstoffe, die im Labor chemisch den Strukturen der Natur nachempfunden sind, zählen zu den naturidentischen Zusatzstoffen. Sie zeichnen sich durch ihre Hitze- und Lichtempfindlichkeit aus und sind deshalb nur begrenzt einsetzbar. Künstliche Farbstoffe dagegen werden regelmäßig aus Erdgas oder Erdöl hergestellt. Diese auch als Azofarbstoffe bekannten Zusatzstoffe machen in der deutschen Lebensmittelindustrie nur etwa ein Prozent aller verwendeten Farben in Lebensmitteln aus. Ihre weitreichende Anwendung, beispielsweise zur Färbung von Textilien, verdanken sie ihrer Säure-, Hitze- und Lichtresistenz und in ihrem hervorragenden Preis-Leistungs-Verhältnis. Außerhalb der Europäischen Union, beispielsweise in den USA, sind diese Azo - Farbstoffe jedoch teilweise verboten.

Verwendung und Zusatz der Farbstoffe
Manchen Lebensmitteln dürfen einige der Farbstoffe gar nicht zugesetzt werden, um den Verbraucher vor Täuschungen zu schützen. Bis auf einige Ausnahmen handelt es sich dabei um unverarbeitete Produkte. Zu den Lebensmitteln, denen Farbstoffe zugesetzt werden, gehören sowohl verschiedene Getränke und Konserven als auch Wurst, Käse oder Fischprodukte. Aber auch Nahrungsmittel, von denen die meisten meinen, dass sie ohne Farbe auskommen, werden mit Zusatzstoffen aufgepeppt. Dazu gehören Butter und Margarine, Senf oder Backwaren. Einige Farbstoffe sind jedoch lediglich für Aufdrucke oder Schriftzüge auf Lebensmitteln zugelassen.

Kennzeichnung auf der Verpackung 
Einigen Lebensmitteln ist ihre Färbung sofort anzusehen, denn Farben wie blau kommen in der Natur nicht vor und erfreuen sich deshalb geringer Beliebtheit. Das mag wohl auch der Grund für die fehlenden blauen Gummibärchen in der Süßigkeitentüte sein. Andere Farben werden hingegen häufig eingesetzt, rot zum Beispiel. Diese auf Grundlage von Roter Beete oder Beta-Carotin hergestellte rote Farbe ist wie andere natürliche Farbstoffe ganz und gar unschädlich. Damit der Verbraucher die Farbstoffe erkennt, müssen sie ausnahmslos gekennzeichnet werden. Deshalb muss auf dem Etikett ein entsprechender Hinweis vermerkt sein – „mit Farbstoff“. Da daraus nicht erkenntlich ist, ob künstliche oder natürliche Farbstoffe gemeint sind, folgt eine E-Nummer mit einer Zahl zwischen 100 und 199. Andererseits kann der Farbstoff namentlich aufgedruckt sein.

Farbstoffe und der menschliche Organismus
Den natürlichen und naturidentischen Farbstoffen werden gesundheitliche Risiken weitgehend abgeschrieben. Aber besonders bei künstlichen Zusatzstoffen werden oft schädigende Einflüsse festgestellt. Wissenschaftler vermuten, dass Lebensmittel Farbstoffe krebserregende und Erbgut schädigende Eigenschaften besitzen. Bei besonders sensiblen Menschen können bestimmte Farbstoffe Allergien, Hautausschläge und Asthmaanfälle hervorrufen. Da die Auswirkungen der Farbstoffe auf den menschlichen Organismus bis heute nicht endgültig geklärt sind, gibt es gesetzlich festgelegte Höchstmengen.