Lebensmittel - Industriezucker findet sich überall

Industriezucker ist in nahezu allen Lebensmitteln enthalten, außer es handelt sich um diätische Lebensmittel, die den Zucker durch Austauschstoffe ersetzen.


Fast alle Lebensmittel enthalten heutzutage Zucker - sogar solche, die gar nicht süß schmecken und von denen wir es deshalb nicht vermuten würden. Dafür gibt es viele Gründe. Zum einen werden dadurch Bitterstoffe neutralisiert, die sich in vielen Lebensmitteln befinden und die wir deshalb vielleicht sonst meiden würden, zum Anderen macht Zucker Lebensmittel länger haltbar. Einer der wichtigsten Gründe aber ist der Geschmack: Evolutionsgeschichtlich war im Prinzip alles, was süß schmeckte auch essbar und verträglich, wohingegen ein bitterer Geschmack allgemein als Warnsignal galt. Deshalb mag der Mensch auch heute noch alles, was süß schmeckt, auch wenn er den Geschmack vielleicht gar nicht vordergründig wahrnimmt.

Packungsbezeichnungen für Zucker
Im Zuge der gesunden Ernährung und der vielfältigen Süßungsmöglichkeiten aber finden sich die Wörter Indstriezucker oder Zuker auf vielen Packungen heute nicht mehr. Statt dessen lesen wir eine Reihe unbekannter Begriffe, geradezu Euphemismen, die letztendlich das Gleiche meinen. Statt Zucker steht dort "Kohlenhydrate", "Fructose" oder "Glukose", im Prinzip alle Stoffe, die auf -ose enden, alles nur, um darüber hinwegzutäuschen, dass letztendlich doch nur dickmachender Zucker enthalten ist. Wer sich zuckerarm ernähren möchte, sollte bestimmte Werte beachten. Ganz egal, wie der Stoff benannt ist, sollte gelten: nicht mehr als fünf Gramm Zucker auf 100 Gramm feste Lebensmittel und nicht mehr als 2,5 Gramm auf 100 Gramm flüssige Lebensmittel. Nur Produkte, die diese Kriterien erfüllen, dürfen auch das Prädikat "zuckerarm" tragen. Als "zuckerfrei" darf ein Produkt nur dann bezeichnet werden, wenn es weniger als 0,5 Gramm Zucker auf 100 Gramm oder Milliliter enthält. Oft enthalten Produkte mit dieser Kennzeichnung aber dennoch versteckte Zucker in geringen Mengen, die wir unbewusst aufnehmen.

Unterschied zwischen Industrie- und Fruchtzucker
Auch muss unterschieden werden, ob Industriezucker oder Fruchtzucker im Produkt enthalten ist. Unter Fruchtzucker versteht man jene Einfachzucker, die in Früchten und Honig natürlich vorkommen Der Haushaltszucker hingegen wird auch Zuckerrohr und Zuckerrübe gewonnen und durch Raffination gereinigt. Dabei gelten ganz besondere Anforderungen bezüglich Reinheit und Zusammensetzung für den Industriezucker. Fertig- und Convenience- Produkte beispielsweise enthalten eher Glukosesirup, also ein Süßungsmittel, welches industriell aus Stärke gewonnen wird, als natürlich gewonnenen Zucker, denn bei diesen Produkten geht es vor allem um eins: Zeit- und Kostenersparnisse. Industriell hergestellte Süßungsmittel, wie der Glukosesirup sind billiger, schädigen aber die Gesundheit, denn ihnen wurden alle natürlichen Begleitstoffe, wie Mineralien und Vitamine entzogen. Was bleibt, ist eine chemisch reine und hochkonzentrierte Verbindung, die den Blutzuckerspiegel sehr rasch ansteigen lassen. Dadurch wird eine sofortige Ausschüttung großer Mengen Insulin verursacht, wodurch der Blutzuckerspiegel sehr schnell gesenkt wird und das Bedürfnis nach etwas Süßem entsteht. Im Klartext bedeutet dies, dass Industriezucker sehr schnell süchtig macht. Natürliche Zucker sind den industriell hergestellten immer zu bevorzugen. Je weiter oben der Zucker in der Zutatenliste steht, desto mehr davon ist übrigens im Produkt enthalten. Lebensmittel, bei denen Zucker an erster Stelle aufgeführt wird, sollten deshalb vermieden werden.