Lebensmittelimitate: Analogkäse, Mogelschinken und Co.

Im ,,Pizza-Mix" muss nicht zwangsläufig Käse enthalten sein, es kann sich auch um Analogkäse handeln.


In den vergangenen Jahren schockten immer neue Gruselmeldungen die Verbraucher. Nach Gammelfleisch und pestizidbelastetem Obst und Gemüse nun das: Käse ist kein Käse mehr und auch Schinken ist in Wirklichkeit sehr oft ein aus Stärkegel und Fleischstückchen hergestellter Ersatz. Scheinbar ist den Herstellern wirklich jedes Mittel recht, um noch ein paar mehr Cents bei der Produktion einzusparen. Wer der Devise „Geiz ist geil“ folgt, muss damit rechnen, keine Originalzutaten, sondern Laborware zu kaufen. Doch wenn man bestimmte Merkmale beachtet, landet nicht aus Versehen Pseudoschinken, -käse und Ähnliches im Einkaufswagen.

Lebensmittelimitate: Geburt im Labor

  • Vor allem zwei Produkte sind durch die Medien bekannt geworden: Analogkäse und Imitatschinken. Dabei sind die Ersatzlebensmittel gar keine so große Seltenheit mehr. Statt Schokolade wird eine Mischung aus Kakaopulver, Zucker und gehärtetem Pflanzenfett verwendet.
  • Surimi-Garnelen bestehen in Wirklichkeit aus gepresstem Fischeiweiß – aus Fischen, die nicht mehr verkauft werden können. Um den täuschend ähnlichen Geschmack und das Aussehen der Originalware zu imitieren, werden viel mehr Zusatzstoffe zugesetzt und statt hochwertiger tierischer Bestandteile kommen pflanzliche Billig-Produkte zum Einsatz. Appetitlich ist das sicherlich nicht, aber eine Gefahr für die Gesundheit sind solche Ersatzprodukte nicht.

Bei Zweifeln: Nachfragen

  • Vor allem dort, wo Lebensmittel ohne Verpackung serviert werden, werden Lebensmittelimitate eingesetzt. Also in Altersheimen, Kantinen, Krankenhäusern, aber auch in Imbissbuden und Restaurants. Auch in Backshops trifft man auf den berühmt-berüchtigten Analogkäse.
  • Vorsicht ist immer geboten, wenn etwas „überbacken“ ist. Auch die Bezeichnung „Lebensmittelzubereitung mit Pflanzenfett“ sollte misstrauisch machen. Bei Schinken kann die Bezeichnung „Formschinken“ oder „Nach Art...“ Hinweis auf eine Fälschung sein.
  • Bei genauem Hinsehen erkennt man beim Ersatz auch nicht die typischen Fasern. Sind Sie sich unsicher, weil ein Produkt verdächtig günstig erscheint, sollten Sie nachfragen.

Augen auf beim Einkaufen

  • Geschmacklich und meist auch optisch besteht zwischen Original und Fälschung kein Unterschied. Um dennoch den Unterschied auszumachen, sollten Sie sich beim Einkaufen nicht von einer bunten Verpackung verführen lassen. Schauen Sie sich die Angaben an, denn Imitate dürfen nicht als Originalprodukt ausgegeben werden.
  • Finden Sie also nicht die Bezeichnung „Käse“ oder „Schinken“, ist wahrscheinlich auch keiner enthalten – stattdessen eine lange Liste, aus denen die Fälschungen zusammengesetzt sind.
  • Häufig genutzte Substanzen sind Pflanzenöle, Gelatine und Stärke. Um den Unterschied zwischen Original und Fälschung noch besser erkennen zu können, fordern Verbraucherschützer und Lebensmittelkontrolleure eine eindeutigere Kennzeichnung.
  • Wer günstig einkaufen will, muss auch mit minderer Qualität rechnen. Das ist leider so. Wer keine Imitate essen will, muss entweder zu Bio-Ware greifen oder selbst kochen. Denn Fakt ist: Viele Fertigprodukte weisen Imitatbestandteile auf, um sie billiger und somit für den Käufer attraktiver zu gestalten.