Die Leber gehört zu den zentralen Stoffwechselorganen und erfüllt viele wichtige Aufgaben im menschlichen Organismus. Bei einer Leberkrankheit ist das Organ in seiner Funktionsweise eingeschränkt. Das hat für den Menschen schwerwiegende Folgen. Mögliche Erkrankungen, bei denen das Organ durch ein Spendeorgan ersetzt werden muss, können neben einer Leberzirrhose auch ein Lebertumor oder eine
Hepatitis-Infektion sein. Da sich das Funktionsgewebe im Verlauf der Krankheiten immer weiter zerstört und auch keine gesunden Leberzellen nachgebildet werden können, kann die Leber irgendwann nicht mehr ihre Arbeit leisten. Sie muss ausgetauscht werden, da sonst der Patient sterben muss. Denn ein Überleben ohne Leber ist nicht möglich.
Transplantation
Verschiedenste Kriterien entscheiden über eine Organspende. Hatte der Betroffene allerdings Glück und es wurde ein geeignetes Spenderorgan gefunden, gilt es keine Zeit zu verlieren. Sofort werden im Krankenhaus die notwendigen Vorkehrungen getroffen und der Patient macht sich auf den Weg. Längst sind Lebertransplantationen keine Seltenheit mehr. Die meisten größeren Krankenhäuser sind mit Ärzteteams ausgestattet, die diesen Eingriff gut beherrschen.
Operation
Eine Lebertransplantation kann zwischen vier bis acht Stunden dauern. Die Dauer hängt mit dem Verlauf der Operation zusammen. Ist alles gut verlaufen, wird der Patient für einige Tage auf der Intensivstation überwacht. Denn hier kann die Funktionsweise der neuen Leber ständig überwacht und mit Medikamenten unterstützt werden. Denn da es sich bei der transplantierten Leber um fremdes Gewebe handelt, würde das Immunsystem ohne Medikamente versuchen, das fremde Organ wieder abzustoßen. Doch das gilt es zu vermeiden. Denn sonst wäre alles umsonst. Mit sogenannten Immunsuppressiva wird versucht, diese Abwehreaktion des eigenen Körpers zu unterdrücken. Die Medikamente müssen daher stets regelmäßig und vor allem immer zur gleichen Tageszeit eingenommen werden. Verspätungen begünstigen eine eventuelle Abwehrreaktion. Zwar sollte sich der Patient in dieser Zeit schonen, dennoch empfehlen die Ärzte, täglich ein bisschen rumzulaufen, um so auch den Kreislauf in Schwung zu halten und eine Thrombosegefahr zu mindern. Der psychische Zustand des Patienten ist ebenfalls extrem wichtig für den Heilungsprozess.
Patienten sollten sich in den ersten Wochen schonen
Wurde die Leber allerdings vom Körper angenommen und ist nun in den Stoffwechsel integriert, sollte sich der Patient dennoch ein wenig schonen. Daher wird ein anschließender Aufenthalt in einer Reha-Klinik empfohlen. Manche Patienten brauchen allerdings auch psychologische Unterstützung. Denn das neue Leben beinhaltet in den meisten Fällen immer den Unfalltod des Spenders. Der Gedanke, dass das eigene Leben nur durch den Tod eines anderen Menschen gerettet werden konnte, bereitet einigen Patienten Probleme. Um dem entgegenzuwirken werden psychologische Gespräche empfohlen.
Der Alltag mit der neuen Leber
Zwar müssen die Betroffenen nach einer Lebertransplantation ihr Leben lang Medikamente nehmen, um so die Abstoßfunktion der eigenen Immunabwehr zu verhindern, dennoch ist die Lebensqualität wieder hergestellt. Eine gesunde Ernährungs- und Lebensweise unterstützen den Heilungsprozess und gerade im ersten Jahr nach dem Eingriff sollten Infektionen mit verschiedensten Krankheitserregern vermieden werden. Es liegt in der Eigenverantwortung des Patienten, mit seiner Gesundheit und dem neu geschenkten Leben sorgsam umzugehen.