Leere Tintenpatronen und Toner recyceln und Geld verdienen

Leere Tintenpatronen kann man nachfüllen. Doch wussten Sie auch, dass man sie recyceln kann?


Deutschland ist innerhalb Europas der größte Abnehmer von Tinten und Tonern – jährlich gehen rund 430 Millionen dieser Produkte über den Ladentisch. Wenn sie verbraucht sind, wandern sie in den Hausmüll. Mit ihnen gehen wertvolle Rohstoffe verloren, jedes Jahr landen 250.000 Patronen im Nirwana. Das muss nicht sein, es gibt umweltverträglichere Methoden, mit Tintenpatronen umzugehen. Wir stellen einige davon vor.

Leere Tintenpatronen nicht wegwerfen
Tintenpatronen bestehen aus hochwertigen Bauteilen, die, einmal im Müll, verbrannt werden oder auf der Müllhalde landen. Dabei können, wie viele andere Gegenstände auch, Druckerpatronen und Tonerkartuschen recycelt werden. Werden diese wiederaufbereitet zum Kauf angeboten, spricht man von sogenannten Rebuilt-Produkten.

Recycling bringt Geld
Wer jetzt denkt, warum sollte ich mir die Mühe machen und die Patronen sammeln, wenn ich sie doch einfach in den Müll schmeißen kann, sollte weiterlesen. Denn mit leeren Patronen lässt sich sogar Geld verdienen und obendrein Gutes tun. Verschiedene Initiativen lassen Container aufstellen, dies vor allem in größeren Einrichtungen (Schulen, Kindergärten oder Vereine), wo die leeren Patronen und Kartuschen dann gesammelt werden. Bei Abholung bekommt die jeweilige Einrichtung einen gewissen Betrag, der wahlweise auch einem gemeinnützigen Zweck zugeführt werden kann. Aber Sie müssen jetzt nicht Ausschau nach einem solchen Container halten, denn Sie können Ihre leeren Patronen auch ganz einfach im Briefumschlag verschicken. Verschiedene Firmen kaufen leere Patronen an und entlohnen die Einsender dafür. Je nach Hersteller der Patrone werden so für jede leere und zurückgesandte Patrone bis zu vier Euro fällig, für Tonerkartuschen sogar acht Euro. Einzige Voraussetzung: Der Druckkopf muss noch intakt sein. Zurückgenommen werden nur Originalpatronen.

Rebuilt-Toner kaufen
Eine umweltschonende Alternative zu teuren Originaltonern sind Rebuilt-Produkte, die wiederaufbereitet wurden. Verschleißteile werden ausgetauscht, lediglich das Gehäuse bleibt erhalten. Diese Toner stehen der Qualität von Originalprodukten in nichts nach. Einziger Nachteil: Leere Toner können nur ein einziges Mal recycelt werden, da sie sonst den hohen technischen Standards an solche Produkte nicht mehr gerecht werden würden.
Bei neuen Modellen sind solche Toner fast genauso teuer wie das Originalprodukt, da es nicht genügend leere Kartuschen gibt, die man neu aufbereiten kann. Zudem kommt es so zu Lieferengpässen.

Umweltschonende Alternative: Nachfüllen
Eine immer populärer werdende Methode, die Umwelt und den Geldbeutel zu schonen, ist  leere Tintenpatronen nachfüllen zu lassen. So wird weniger Müll produziert und man kann gleichzeitig Geld sparen, da ein Refill viel weniger kostet als eine Originalpatrone. An Nachfüllstationen kann man seine leere Patrone nachfüllen lassen. Mit ein wenig Geschick lässt sich eine leere Patrone auch selbst befüllen. Hierfür benötigt man lediglich ein ruhiges Händchen und Nachfülltinte. Die oberste Plakette wird abgenommen und mit der Spritze neue Tinte eingefüllt. Hierbei muss äußerst langsam und geduldig vorgegangen werden. Nach dem Befüllen sollte eine Zeitlang gewartet werden, damit sich die Tinte in den Schwämmen verteilen kann.

Refill-Toner nicht zu empfehlen
Im Gegensatz zu Tintenpatronen sind Refill-Toner nicht zu empfehlen. Zum einen werden die hoch empfindlichen Verschleißteile nicht ausgewechselt und unseriöse Befüller versäumen es obendrein den Resstonerbehälter zu leeren, sodass der irgendwann überläuft und hässliche Flecken auf dem Ausgedruckten hinterlässt. Auch das Selbst Befüllen lohnt kaum. Es erfordert eine nach Hersteller unterschiedliche Vorgehensweise, die bis zu zehn Schritte umfassen kann. Außerdem muss dabei eine Atemschutzmaske getragen werden, da das Tonerpulver beim Einatmen gesundheitsschädlich ist.