Legasthenie: Der Kampf mit den Buchstaben

Hat ein Kind Pech, wird die Legasthenie erst spät in der Schullaufbahn erkannt. Dabei kann eine spezielle, auf das Kind abgestimmte Förderung das Lernen sehr erleichtern.


Ihrem Kind fällt das Lesenlernen schwer? Die Rechtschreibung ist „kreativ gelöst“ aber leider selten richtig? Möglicherweise leidet Ihr Kind an einer Lernstörung, der Legasthenie. Etwa fünf bis sieben Prozent der Schüler in Deutschland sind von der Lese-Rechtschreib-Schwäche betroffen. Doch noch immer wird Legasthenie oft nicht früh genug erkannt.

Woran erkenne ich Legasthenie?
Es gibt viele Hinweise auf eine Lese-Rechtschreib-Schwäche, doch bei jedem Kind ist die Legasthenie anders. Deswegen kann man nie anhand von einigen Verhaltensauffälligkeiten klären, ob ein Kind eine Lese-Rechtschreib-Schwäche hat. Möglicherweise hat das Kind spät mit dem Sprechen begonnen, sein Sprachverständnis ist immer noch eingeschränkt. Das muss aber nicht immer der Fall sein.

Beim Lesen
Typischerweise liest ein Legastheniker stockend, er verrutscht häufig in den Zeilen, fügt Wörter hinzu, lässt sie aus oder vertauscht sie. Auch verdreht er häufig Buchstaben: Aus dem w wird ein m, aus einem b ein p, auch Vokale und Konsonanten werden verwechselt. Das Gelesene kann nur lückenhaft oder gar nicht wiedergegeben werden.

In der Rechtschreibung
Ein Legastheniker macht viele Fehler bei geübten und ungeübten Diktaten, Wörter werden immer wieder unterschiedlich falsch geschrieben, auch im selben Text. Zum Teil sind Worte nur fragmenthaft aufgeschrieben, viele Grammatikfehler und Interpunktionsfehler machen den Text unverständlich, genau wie eine meist unleserliche Schrift.
Die gleichen Probleme treten auf, wenn eine Fremdsprache erlernt wird, dadurch haben Legastheniker häufig Schwierigkeiten mit dem Lernstoff mitzuhalten.

Wer stellt Legasthenie fest?
Sowohl Kinderpsychologen als auch speziell ausgebildete Fachlehrer können Legasthenie diagnostizieren. Vorangehen sollte jedoch eine Untersuchung durch einen Augenarzt, der möglichst Erfahrungen mit Kindern hat, die unter einer Lernstörung leiden. Ein Hals-Nasen-Ohrenarzt, der Facharzt für Stimm- und Sprachstörungen ist, kann die Laut- und Sprachverarbeitung testen.

Therapie sinnvoll?
Eine Therapie kann dafür genutzt werden, versäumten Stoff aufzuholen, aber auch um zu verarbeiten, wie sich die Legasthenie auf die Familienstruktur auswirkt – schließlich herrscht ein äußerst emotionales Verhältnis zwischen Eltern und Kind. Therapiestunden können helfen, Druck abzubauen, außerdem können Kinder hier gut lernen, dass sie in der Lage sind, Probleme allein zu lösen. Eltern können sich bei Problemen an Beratungslehrer aber auch an den für sie zuständigen Landesverband Legasthenie wenden.