Legende - Viagra zwischen Mythos und Realität

Seit der Markteinführung von Viagra im Jahre 2004 ranken sich Mythen um dieses Medikament, die zum einen von grenzenlosem Sexualvermögen erzählen, zum anderen aber auch von Lebensgefahr und schweren gesundheitlichen Schäden handeln.


Viagra steigert die männliche Leistungsfähigkeit im Bett - doch was noch? Fakt ist, dass es sich bei Sildenafil, dem von Pfizer entwickelten und patenrechtlich geschützten Wirkstoff, um ein Medikament handelt, das Risiken birgt und dessen mögliche Nebenwirkungen dafür gesorgt haben, dass es hierzulande unter die Rezeptpflicht fällt.

Die Kombination kann gefährlich sein

  • Wie bei allen Medikamenten besteht immer die Gefahr einer Wechselwirkung. Da es sich bei der eigentlichen Zielgruppe des Präparates um Männer im fortgeschrittenen Alter handelt, die womöglich bereits wegen bestehender Kreislaufprobleme in ärztlicher Behandlung sind, beziehungsweise medikamentös therapiert werden, muss hier ein Arzt die Risiken abwägen, beurteilen und verantwortlich entscheiden.
  • Bei gleichzeitiger Einnahme von Viagra und dem bei Herz-Patienten verbreiteten Nitrolingual-Spray kann es beispielsweise zu plötzlichem Blutdruckabfall kommen, der lebensbedrohlich ist und den sofortigen Einsatz eines Notfarztes erfordert. Bei allen bekannt gewordenen Todesfällen nach Einnahme von Viagra oder anderen, ebenfalls auf Sildenafil basierenden Präparaten hat sich eine solche Wechselwirkung mit anderen Medikamenten als fatale Ursache herausgestellt.

Allzeit bereit und „forever young“?

  • Die Annahme, Viagra verhelfe zu grenzenloser Lust und nächtelanger „Standfestigkeit“ gehört ebenso in das Reich der Mythen. Viagra erzeugt keine Lust, sondern entfaltet seine Wirkung nur, wenn eine sexuelle Erregung vorliegt.
  • Als Aphrodisiakum hat Viagra keinerlei physische Wirkung, lediglich eine psychische Bereitschaft wird unterstützt. Die verfügbaren Tabletten sind in ihrer Dosierung auf den jeweiligen Konsumenten abzustimmen und sollen zunächst einmal sicherstellen, dass eine Erektion für die gesamte Dauer des Geschlechtsaktes aufrechterhalten werden kann.
  • Möglich ist eine Wirkdauer von bis zu vier/fünf Stunden, wodurch ein Teil der Patienten auch zu mehreren Erektionen fähig ist. Lange hielt sich auch die Aussage, Viagra helfe Frauen dabei, schwanger zu werden. Es gibt keinerlei wissenschaftliche Studie, die diese Behauptung stützt. Eine eventuell gestiegene Schwangerschaftswahrscheinlichkeit ist somit bestenfalls auf die gesteigerte sexuelle Betätigung zurückzuführen.

Auch als „Impfstoff“ zu verwenden?

  • Zu den eher gefährlichen Mythen gehört die Behauptung, Viagra helfe, die Übertragung von Geschlechtskrankheiten zu verhindern. Der Wirkstoff Sildenafil wirkt konzentriert auf den Kreislauf, die Nerven und bestimmte Gefäßmuskeln im Genitalbereich.
  • Ein antibakterieller oder gar virenabtötender Effekt ist ausgeschlossen. Durch die erhöhte sexuelle Aktivität und möglichen exzessiven Gebrauch steigt eher die Wahrscheinlichkeit, sich unbedacht zu verhalten und zu infizieren.