Leisure Sickness Syndrom: Wenn Entspannung nicht mehr möglich ist

Perfektionistische Workaholics sind besonders gefährdet am Leisure Sickness Syndrom zu erkranken. Nun muss Entspannen wieder gelernt werden.


Samstagmorgen, die Sonne scheint durch die Fensterläden und kündigt einen wunderbar warmen Tag an, der ideal für ein Picknick, eine Fahrradtour oder einen Stadtbummel geeignet ist. Doch manche Menschen können so einem Start ins Wochenende wenig abgewinnen, wie aus heiterem Himmel fühlen sie sich schwach und müde, leiden unter Migräneanfällen, Muskelschmerzen oder bekommen eine Erkältung. Wenn auch Sie in Ihrer Freizeit oder im Urlaub ständig krank sind, leiden Sie womöglich am Leisure Sickness Syndrom.

Psychosomatische Urlaubskrankheit
Etwa drei Prozent der Deutschen sind am Leisure Sickness Syndrom erkrankt. Typischstes Anzeichen: Sobald die Arbeit zuende ist und die Freizeit ansteht, fühlen sie sich krank und abgeschlagen. Dazu kommen Kopfschmerzen, Muskelschmerzen und allgemeine körperliche Schwäche. Nicht selten treten die Beschwerden auch im Urlaub auf. Psychologen und Ärzte sprechen von einer psychosomatischen Erkrankung, da meist keinerlei organische Ursachen auszumachen sind oder es Anzeichen einer viralen oder bakteriellen Infektion gibt.

Mögliche Ursachen
Lange glaubten Forscher, dass das Syndrom durch erhöhten Kaffee-, Zigaretten und Alkoholkonsum ausgelöst wird, jedoch konnten diese Vermutungen nicht bestätigt werden. Auch beim Schlafverhalten fand man keine Abweichungen von dem gesunder Menschen. Die Gründe für die Freizeitkrankheit sind zum Einen in der Arbeit und zum Anderen in der Persönlichkeit des Betroffenen zu suchen. Sogenannte Workaholics, die unter ständigem Termindruck stehen, sind besonders gefährdet. Wer ständig unter einem hohen Stresslevel lebt, gewöhnt sich irgendwann daran. Die körperliche und geistige Erregung nimmt zu und ist dann auf einem konstant hohen Niveau. Kehrt dann in der Freizeit Ruhe ein, kann der Körper die Spannung nicht mehr abbauen und wird krank.

Ja-Sager besonders gefährdet
Psychologen haben herausgefunden, dass nicht jeder Arbeitnehmer gleichermaßen gefährdet ist, am Leisure Sickness Syndrom zu erkranken. Oftmals sind es solche Menschen, die hohe Erwartungen an sich und ihr Leben stellen. Sie sind Perfektionisten und besitzen ein hohes Verantwortungsgefühl, sie können nicht Nein sagen und haben ständig Angst, etwas falsch zu machen. In der Freizeit können sie nicht loslassen, sie haben es verlernt, zu entspannen und sind auch am Wochenende mit den Gedanken ständig beim Job. Bei solchen Persönlichkeiten droht jedoch nicht nur die Freizeitkrankheit sondern auch das Burnout-Syndrom.

So besiegen Sie dem Freizeitstress
Wichtig ist nun, dass grundlegende Änderungen stattfinden. Oft ist ein neuer Job bereits der Ausweg aus der Misere, wenn dies nicht so einfach machbar ist, muss der Betroffene seine Sichtweise auf sein Leben ändern. Arbeit ist nicht das Wichtigste im Leben, der Fokus sollte stärker auf Familie, Freunde und Hobbys gelegt werden. Einfach ausgedrückt: Das Verhältnis zwischen Arbeit und Freizeit muss wieder stimmen. Bereits am Samstag an Montagmorgen und den Stapel Arbeit zu denken, der auf einen wartet, sind ganz typische Gedankengänge von Betroffenen.
So ein Umdenken fällt den meisten Betroffenen, die am Leisure Sickness Syndrom leiden, aber nicht leicht. Entspannen muss wieder erlernt werden. Um diesen Prozess zu erleichtern, können verschiedene Methoden angewandt werden, als besonders hilfreich haben sich hier die Progressive Muskelentspannung und Yoga erwiesen. Auch jede Form von sportlicher Aktivität kann helfen. Am besten sollte bereits am Freitagabend mit Sport begonnen werden, um den Übergang von Arbeit zum Wochenende zu erleichtern und den Kopf frei zu bekommen. Treffen Sie sich mit Freunden, gehen Sie Ihren Hobbys nach und werden Sie aktiv.