Lernen in der Schule - So funktioniert es

Lernen in der Schule. Die richtige Technik macht's.


Unzählige Schülergenerationen, die Goethes „Osterspaziergang“ oder Schillers „Die Glocke“ Wort für Wort auswendig lernen mussten. Zahlreiche Medizinstudenten, die sich Namen der Körperteile auf Latein einprägen sollten.  Und Horden von Englischschülern, die neue Vokabeln rund um Essen, den Zoobesuch oder die Schultasche büffeln mussten. Lernen in der Schule ist das zentrale Thema in der Schulzeit. Alle haben ihre eigenen Methoden entwickelt, um sich neue Inhalte so umzusetzen, dass sie leichter abgespeichert werden können. Ob gemeinsam mit einer Lerngruppe oder zur Hilfenahme gelber Karteikärtchen – da jeder anders lernt, muss jeder seine Technik finden, mit der Neues gelernt werden kann.

Unser Gehirn
Wer kennt sie nicht, die Berichte von Autisten, die sich mühelos ganze Telefonbücher oder Bücher einprägen können oder die Gedächtnisgroßmeister, die wahllos zusammengestellte Zahlenkolonnen mühelos wiedergeben können?
Wie ist es möglich, dass bei einigen ein Blick genügt, um den dargestellten Inhalt zu memorieren, während andere unzählige Wiederholungen brauchen? Zunächst spielt die Unterscheidung zwischen Kurz- und Langzeitgedächtnis eine Rolle. Wenn man sich bei einer Prüfung an wichtige Fakten erinnern möchte, bringt es nichts, kurz vorher einmal in die Notizen zu schauen. Denn so gelangen die Informationen nur in den Kurzzeitspeicher. Um sie jedoch abrufbar zu machen, werden Nervenbahnen zwischen den einzelnen Nervenzellen benötigt. Diese können umso einfacher befahren werden, umso öfter sie aktiviert werden, umso öfter also wiederholt wird. Des Weiteren verfügt das Gehirn über ein internes Belohnungsystem. Wenn es merkt, dass die neue Information wichtig ist, etwa die Telefonnummer des Disco-Schwarms, ist die Chance höher, dass sie im Langzeitspeicher landet. Alles, was mit einer emotionalen Komponente verbunden ist, kann leichter erinnert werden. Stichwort: Motivation. Der Erfolg des Lernens ist immer dann besonders groß, wenn es mit großen Problemen und einem wichtigen Anreiz, beispielsweise des Bestehen einer Prüfung, verbunden war.

Lern- und Gedächtnistechniken
Zu den einfachsten Gedächtnisstützen gehört die Eselsbrücke, die uns in Form einfacher Merksätze
wichtige Jahreszahlen oder Rechtschreibung einzelner Wörter in Erinnerung ruft. Solche Sätze wie „7-5-3 Rom schlüpft aus dem Ei“ sind zwar für Sachen ideal, die man einfach nicht in den Kopf bekommt, für komplexere Inhalte braucht es dann aber doch eine andere Technik.
Zu den bekanntesten und erfolgreichsten Memotechniken – also solche, die neue Inhalte im Gehirn abspeichern – gehört die Loci-Methode. Bereits antike Redner wie Cicero nutzen sie, um ihre Reden zu memorieren. Hierbei denkt man sich einen (fiktiven) Platz mit möglichst vielen Komponenten aus. Beispielsweise einen Supermarkt mit einer Obstabteilung, einer Wurst- und Käsetheke etc. Nun geht man in seinem Kopf durch diesen Ort und legt dort die Inhalte ab, sie werden neu geordnet oder enkodiert. Wird dieser Platz später neu besucht, können die dort abgelegten Begriffe in der richtigen Reihenfolge abgerufen werden. Um solche Techniken kennen zu lernen sollte Lernen in der Schule Thema sein. Es gibt vielfältige Lerntechniken, die den Schülern vermittelt werden können, damit sich ihre Merkleistungen verbessern.

Lernblockaden und Lernstörungen
Jeder kennt das Gefühl, wenn es einfach nicht mehr vorangeht, das Gehirn wie blockiert scheint. Die Leistungen werden immer schlechter und nichts geht mehr. Wenn ein guter Schüler plötzlich nachlässt, sollte man hellhörig werden. Das kann daran liegen, dass nicht mehr genug gelernt wird oder dass eine ernsthafte Störung der Informationsverarbeitung im Gehirn vorliegt. Im letzteren Fall spricht man von einer Lernstörung, deren bekannteste Ausprägungen Legasthenie und Dyskalkulie sind.