Lernstörungen: Wenn Lesen oder Rechnen schwerfällt

Sind bei ihrem Kind Lernstörungen diagnostiziert worden, sollten Sie es unterstützen und für viele Erfolgserlebnisse sorgen, um es nicht zu entmutigen.


Viele Eltern sind beunruhigt, wenn bei ihrem Kind eine Lernstörung wie beispielsweise Legasthenie oder Dyskalkulie diagnostiziert wurde. Doch hat Ihr Kind eine Lese-Rechtschreibschwäche oder eine Rechenstörung heißt das nicht, dass es dumm ist. Die Intelligenz liegt meist nicht unter dem Durchschnitt, stattdessen verläuft die Verarbeitung von Bildern und Sprache beziehungsweise von Zahlen und Aufgaben bei Kindern mit Legasthenie oder Dyskalkulie unterschiedlich und langsamer als bei anderen Kindern, oft haben die Kinder auch Schwierigkeiten sich zu konzentrieren.

Ist mein Kind betroffen?
Um herauszufinden, ob Ihr Kind Lernstörungen hat, sollten Sie zunächst mit dem Klassen- oder Fachlehrer sprechen. Möglicherweise bietet die Schule Förderunterricht für Kinder mit Lernstörungen. Untersuchungen beim Schulpsychologen, speziell ausgebildeten Fachlehrern oder Facharzt, können endgültig Aufschluss geben. Eine Diagnose ist jedoch in den meisten Fällen recht aufwendig, meist geben die Eltern ergänzend Informationen über die Entwicklung und weitere Schwierigkeiten des Kindes.

Verschiedene Untersuchungen
Am Anfang der Untersuchung stehen diverse körperliche Untersuchungen, um herauszufinden, ob die Schwierigkeiten eventuell physiologisch begründet sind. Hiernach folgen verschiedene Lese-, Rechtschreib- und Rechentests, um die Leistungsfähigkeit des Kindes zu beurteilen. Auch ein Intelligenztest wird durchgeführt. In Einzelfällen wird auch die Aufmerksamkeit und die Sprachentwicklung des Kindes überprüft.

Hilfestellung geben
Lernstörungen sind nicht heilbar, die Schwierigkeiten bleiben bestehen. Doch oft hilft eine schulische Förderung oder therapeutische Maßnahmen. Diese sollten jedoch immer in Abstimmung mit dem Lehrer und natürlich den Eltern erfolgen. In einer guten Therapie wird zunächst eine Fehleranalyse gemacht, um auf individuelle Probleme einzugehen, außerdem gibt es spezielle, auf das Kind abgestimmte Übungen.
Eine Therapie kann auch dabei helfen, ein positives Selbstbild zu entwickeln, Versagensängste zu minimieren und Verhaltensschwierigkeiten abzubauen.

Erleichterungen in der Schule?
Vor allem für Kinder mit Legasthenie gibt es Erleichterungen, die Regelungen sind jedoch von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Oft fließt die Benotung der Rechtschreibung nicht mit in die Note ein, Diktate werden häufig nicht gewertet. Auch in Fremdpsrachen werden Rechtschreibfehler in den meisten Fällen nicht benotet. Eventuell bekommen Legastheniker mehr Bearbeitungszeit bei Tests und Klassenarbeiten. In der gymnasialen Oberstufe gelten diese Erleichterungen meist nicht mehr, da Schüler dann nicht mehr schulpflichtig sind.

Wie kann man als Eltern helfen?
Bringen Sie Ihrem Kind Verständnis und Unterstützung entgegen. Sorgen Sie für Erfolgserlebnisse in anderen Bereichen, um die schwächeren Leistungen in der Schule auszugleichen, zum Beispiel in anderen Schulfächern, Hobbys oder Sport. Loben Sie auch kleine Lernfortschritte, entmutigen Sie es nicht, erkennen Sie auch die Anstrengung an, selbst wenn größere Erfolge ausbleiben.
Zeigen Sie gleichzeitig Verständnis für Trauer oder Scham, reden Sie mit dem Kind über negative Erfahrungen, wird es vielleicht ausgelacht oder ausgegrenzt wegen seiner Lernstörungen? Vergessen Sie außerdem nicht, Ihrem Kind Freiräume zu geben, auch wenn es mehr lernen und üben muss als andere.