Lerntechniken

Schon Cicero musste lernen, allerdings keine Fakten zur Plattentektonik, sondern Reden. Seine Lerntechniken wurden nun wiederentdeckt.


Die einen setzen sich völlig still aufs Bett und lesen sich ihre Notizen noch einmal in aller Ruhe durch, während andere das Gelernte immer und immer wieder aufsagen. Wieder andere legen wahre Marathons im Zimmer zurück, denn sie müssen, um effektiv lernen zu können, ständig in Bewegung bleiben.

Jeder lernt anders
Meist wird an den Schulen Fachwissen vermittelt, von der Photosynthese über die Entstehung von Erdbeben oder die Auflistung aller Flüsse in Deutschland – Praktisches findet sich kaum und was hinzukommt: All diese Fakten soll sich der Schüler für die nächste Klassenarbeit auch noch einprägen. das Problem ist jedoch, dass es kein Schulfach „Lerntechniken“ gibt, in dem ABC-Schützen lernen, wie man sich neue Informationen so einprägt, dass sie jederzeit verfügbar sind. Gäbe es solch ein Unterrichtsfach, müsste man individuell auf jeden einzelnen Schüler eingehen, denn jeder lernt anders. Unabhängig von der gewählten Technik, nimmt jeder Informationen durch die Sinnesorgane anders auf und verarbeitet sie auf unterschiedliche Weise im Gehirn. Diese Unterschiede lassen sich durch persönliche Merkmale, Gewohnheiten und gemachte Erfahrungen erkären. Es gibt zwar verschiedene Lerntyp-Modelle, jedoch spricht vieles dafür, dass man drei Typen voneinander abgrenzen kann: den auditiven/Hörtyp, den visuellen/Sehtyp sowie den
kinästhetischen/Bewegungstyp. Um seinen Lerntyp zu ermitteln, sollte man versuchen herauszufinden, wie man neue Sachverhalte am besten aufnimmt, durch hören, nachlesen oder indem man sie praktisch erfährt.

Der Klassiker: Karteikarten
Die Karteikarten-Methode gehört sicherlich zu den beliebtesten, um Vokabeln zu verinnerlichen oder für eine Klausur zu lernen. Doch auch hierbei sollten bestimmte Regeln eingehalten werden, damit es auch gut klappt. Gut ist es, wenn man die Karte in Frage und Antwort unterteilt, die jeweils auf Vorder- und Rückseite notiert werden. Neben dem reinen Texte sollten auch Abbildungen und Tabellen genutzt werden, damit man sich an das Gelernte später besser erinnert.

Neue Medien zum Sprachen lernen nutzen
Um eine Fremdsprache zu erlernen, haben sich sogenannte Audiobooks bewährt, mit deren Hilfe nicht nur neue Vokabeln an den Mann oder die Frau gebracht werden, sondern auch gleich noch die richtige Aussprache geübt wird. Bei Kindern ist das Lernerlebnis höher, wenn bekannte Comicfiguren Neues erklären oder die neuen Vokabeln mit einem poppigen Sound unterlegt sind. Neuerdings gibt es sogar schon Hörbücher, auf denen Schiller-Gedichte als Rap präsentiert werden.
Zumindest verfliegt so der Muff der alten Klassiker.

Antike Lerntechniken wiederentdeckt
Bevor es Bücher und PCs gab, mussten sich Redner, Schauspieler und Schüler auch schon Inhalte einprägen, um sie zu einem späteren Zeitpunkt erneut aufrufen zu können. Menschen in der Antike schafften dies mit Gedächtnistricks, die bekannteste Methode der historischen Gedächtniskunst basiert auf der Schaffung eines memorialen Systems. Hierbei ging es darum, sich imaginäre Plätze zu schaffen, an denen geistige Bilder abgelegt werden konnten. Griechische Schauspieler merkten sich so lange Monologe. Die als Loci-Methode bekannte Technik ist nur eine von vielen Methoden, wie man sich komplexe Sachverhalte einprägen kann.